NEW YORK (dpa-AFX) - Die Finanzkrise schwelt weiter: Nachdem in den USA in diesem Jahr schon 139 Regionalbanken pleite gegangen sind, weil die Hausbesitzer mit ihren Kreditraten im Rückstand sind, droht nun einem einst großen amerikanischen Versicherungskonzern das Aus: Ambac Financial (
AMBAC Financial Group) warnte am Montag davor, dass das Unternehmen bis zum Jahresende in die Insolvenz schlittern werde, wenn es sich nicht mit seinen Gläubigern einigen könne. Vorbörslich verlor die Ambac-Aktie in den USA 45,77 Prozent auf 0,4482 Dollar.
Ambac versichert Anleihen - festverzinsliche Wertpapiere, mit denen Unternehmen oder Staaten frisches Geld einsammeln. Ambac steht gegenüber Investoren dafür gerade, wenn ein Schuldner nicht mehr zahlen kann. Nun lässt der Versicherer seine eigenen Gläubiger im Regen stehen: Ambac räumte ein, dass es nicht gelungen sei, neues Geld aufzutreiben. Deshalb müssten anstehende Zinszahlungen ausfallen.
Die in der Öffentlichkeit wenig bekannten, aber für die Finanzindustrie wichtigen Kreditversicherer hatten sich ursprünglich auf relativ risikoarme Anleihen von Kommunen und Ländern konzentriert. Dann aber stiegen Ambac und andere Branchengrößen massiv ins Geschäft mit hochriskanten Anleihen ein, die mit Hypotheken besichert sind, die finanzschwache US-Bürger aufgenommen hatten. Seit dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts 2007 sieht sich Ambac einer Flut von offenen Rechnungen gegenüber.
Ambac schreibt anhaltend hohe Verluste, alleine im ersten Halbjahr 747 Millionen Dollar. Wegen der hohen Arbeitslosigkeit können viele US-Hausbesitzer bis heute ihre Raten nicht zahlen, die darauf aufbauenden Anleihen platzen reihenweise. Zu den Leidtragenden gehörte auch die Postbank , die mit Ambac im Geschäft war. Die Aktie des US-Versicherers ist schon lange ein sogenannter Pennystock - ein Wert, der nur noch im Centbereich gehandelt wird./das/DP/wiz
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