MADRID (Dow Jones)--Spanische Bankhäuser sitzen auf einem Berg von Problemkrediten, die aus dem schwer erschütterten Immobiliensektor und der angeschlagenen Bauindustrie des Landes stammen. In einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung bezifferte die spanische Zentralbank das Volumen dieser Kredite auf 180 Mrd EUR. Insgesamt haben Spaniens Banken Kredite in Höhe von 430 Mrd EUR an diese beiden Wirtschaftssektoren vergeben; das entspricht ungefähr einem Drittel des Bruttoinlandsprodukts. Von dieser Summe gingen allein 320 Mrd EUR an Immobilienentwickler.
In den kommenden Quartalen könne ein Anstieg der faulen Kredite nicht ausgeschlossen werden, erklärte der Banco de España. Spaniens Wirtschaft kämpft mit den Auswirkungen des Platzens der Immobilienblase, einem Einbruch des inländischen Konsums und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die viertgrößte Volkswirtschaft im Euroraum weist eine Arbeitslosenquote von rund 20% auf.
Von den 180 Mrd EUR Problemkrediten klassifierte die spanische Zentralbank lediglich 5,3 Mrd EUR als "gescheitert", während 47,9 Mrd EUR als "zweifelhaft" und 57,6 Mrd als "minderwertig" bezeichnet wurden. Die spanischen Banken haben den Angaben zufolge für rund 27% aller Problemkredite und für 33% aller Ausleihungen an Immobilienentwickler und Baufirmen bereits Rückstellungen gebildet.
Webseite: www.bde.es
DJG/apo/bam
(END) Dow Jones Newswires
October 28, 2010 09:36 ET (13:36 GMT)
Copyright (c) 2010 Dow Jones & Company, Inc.- - 09 36 AM EDT 10-28-10