Umsatz und Ergebnisse zogen im dritten Quartal wie bereits im ersten Halbjahr kräftig an. Dabei übertraf die im
DAX notierte
Linde-Gesellschaft überwiegend die Schätzungen der Analysten. "Wir sind weiterhin gut unterwegs und können deshalb unseren bisherigen Ausblick bestätigen", sagte Unternehmenschef Wolfgang Reitzle am Freitag in München.
Die Aktie stieg in den ersten Handelsminuten bei einem etwas festeren Gesamtmarkt um rund zwei Prozent. Commerzbank-Analyst Stephan Kippe sprach in einem ersten Kommentar von robusten Zahlen.
Trotz der zunehmenden Konjunkturrisiken zeigte sich Reitzle weiter zuversichtlich: "Selbst wenn sich die konjunkturelle Dynamik etwas abschwächen sollte, sehen wir für unser Geschäft - insbesondere in den Bereichen Energie und Umwelt sowie in den aufstrebenden Volkswirtschaften - nach wie vor gute Wachstumschancen." Im laufenden Jahr peilt der Konzern einen Zuwachs bei Umsatz und operativem Ergebnis an. Auch an den mittelfristigen Zielen hält Linde fest. 2014 wird ein operatives Konzernergebnis von mindestens vier Milliarden Euro erwartet.
DEUTLICHE ZUWÄCHSE
Im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres zog das operative Konzernergebnis (EBITDA) um 7,3 Prozent auf 804 Millionen Euro an. Zum Zuwachs beigetragen hätte vor allem das Sparprogramm HPO (High Performance Organisation). Linde hatte das Programm bereits 2008 aufgelegt. Bis 2012 sollen die Kosten um insgesamt 650 bis 800 Millionen Euro sinken. Unter dem Strich blieb ein Gewinn nach Minderheiten von 290 Millionen Euro nach 253 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz kletterte um gut vier Prozent auf 3,301 Milliarden Euro.
Ähnlich gute Zahlen für das Quartal hatten erst jüngst die US-Konkurrenten Air Products & Chemicals (Air Products and Chemicals) und Praxair veröffentlicht. Die Amerikaner hatten in diesem Zeitraum kräftige Zuwächse bei Umsatz und Ergebnissen erzielt. Die französische Air Liquide konnte ebenfalls seinen Umsatz steigern.
ASIEN-GESCHÄFTE BRUMMEN
Die größten Zuwächse verzeichnete Linde erneut mit der Sparte Gase: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um mehr als sechs Prozent auf 2,8 Milliarden Euro - bereinigt um Währungs- und Erdgaspreiseffekte gab es ein Plus von 7,4 Prozent. Das operative Ergebnis legte um rund sieben Prozent zu. Zum Wachstum trugen fast alle Regionen bei. Die größten Zuwächse verzeichnete Linde wie bereits in den vergangenen Quartalen in Asien, insbesondere China. Dort ist Linde der größte Gase-Anbieter.
Auch in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika gab es ein deutliches Plus. Linde profitiert dabei unter anderem von Abnehmerindustrien wie Energie, Stahl und Chemie. In der kleineren Sparte Anlagenbau stieg im dritten Quartal der operative Gewinn bei einem leichten Umsatzrückgang dank profitabler Projekte um fast ein Fünftel.
Zu den Geschäften von Linde zählen Industriegase, Flaschengase, Flüssiggas, aber auch Anlagen zur Herstellung von Stickstoff und Sauerstoff für die Erschließung von Öl- und Gasfeldern. Außerdem ist Linde nach eigenen Angaben einer der größten Anbieter von Wasserstoffanlagen. Zudem sind die Münchener im Anlagenbau tätig. Das Unternehmen beschäftigte zuletzt rund 49.075 Mitarbeiter./mne/ep/tw
(dpa-AFX)