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01.09.2012 18:20
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Commerzbank plant weitere Sparmaßnahmen

Sparprogramm
Nach der schwachen Entwicklung in dem für die Commerzbank wichtigen Privatkundengeschäft will Deutschlands zweitgrößte Bank offenbar mit neuen Sparmaßnahmen gegensteuern.

   Von Klaus Brune

   Ein neues Strategiepapier für den Aufsichtsrat sieht angeblich Stellenstreichungen und Filialschließungen bei der Commerzbank vor. Zugleich will die Frankfurter Bank einen neuen Anlauf unternehmen, ihre verbleibenden Filialen länger zu öffnen.

   Nach Informationen der Welt am Sonntag hat der Vorstand der Commerzbank ein 400 Seiten starkes Sparprogramm erstellt, das Mitte September dem Aufsichtsrat vorgelegt wird. Kern des Programms: eine ungenannte Zahl von Mitarbeitern soll entlassen werden, weitere Filialen geschlossen und die verbleibenden Commerzbank-Zweigstellen länger geöffnet bleiben. Eine Quelle fur ihre Informationen nannte die Zeitung nicht.

   Ein Sprecher der Commerzbank wollte die Informationen am Samstag nicht kommentieren. Unser strategischer Planungsprozess läuft bis zum 8. November".

   Damit verwies der Sprecher auf die strategische Weiterentwicklung" für das Privatkundengeschäft, die Finanzvorstand Stephan Engels für Anfang November in Aussicht gestellt hat. Im zweiten Quartal war das operative Geschäft mit den Privatkunden denkbar schlecht verlaufen, nur mit Hilfe der Direktbanktochter comdirect konnte die Bank im Privatbanking einen Verlust vermeiden. Im zweiten Halbjahr rechnet die Bank mit noch niedrigeren Gewinnen. Vor diesem Hintergrund wären weitere Sparanstrengungen keine Überraschung.

   Dabei sollte gerade im Privatkundengeschäft künftig die Kernkompetenz" der Commerzbank liegen. Ende Juni hatte Deutschlands zweitgrößte Bank angekündigt, sich aus den Geschäftsbereichen Schiffsfinanzierung und gewerbliche Immobilienfinanzierung zurückzuziehen. In der Schiffsfinanzierung war die Commerzbank einst der drittgrößte Player der Welt, bei den gewerblichen Immobilien avancierte man mit der Eurohypo-Tochter zum größten Institut Europas.

   Auch im Privatkundengeschäft hatten sich die hochfliegenden Hoffnungen aus der Fusion mit der Dresdner Bank im Jahr 2008 nicht erfüllt. Von der einmaligen Chance" und dem Quantensprung" im Geschäft mit Privatkunden war zuletzt nicht mehr viel übrig geblieben.

   Seit der Übernahme der Dresdner Bank vor vier Jahren mussten bereits rund 9.000 Mitarbeiter den Konzern verlassen, die Zahl der Filialen will das Frankfurter Geldhaus bis zum Jahresende auf 1.200 von zuvor 1.540 reduzieren.

   Die verbliebenen Mitarbeiter sollen dafür auch am Samstag für die Kunden da sein. Nach Informationen der Welt wolle die Commerzbank einen erneuten Anlauf unternehmen, ihre Filialen länger zu öffnen und einige Geschäftsstellen auch Samstags zu öffnen. Einen entsprechenden Versuch hatte die Commerzbank vor fünf Jahren, also noch vor der Fusion mit der Dresdner Bank, schon einmal unternommen, war damals aber am Widerstand der Betriebsräte gescheitert.

   Kontakt zum Autor: Klaus.Brune@dowjones.com

   DJG/kgb

   (Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen Online-Angebot des Wall Street Journal.)

   (END) Dow Jones Newswires

   September 01, 2012 08:19 ET (12:19 GMT)

   Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 08 19 AM EDT 09-01-12

Bildquellen: Julia Schwager/Commerzbank AG

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