von Lars Winter, €uro am Sonntag
Es gibt immer noch Aktien, die in der seit über zwei Jahren andauernden Börsenhausse von Anlegern bislang vernachlässigt wurden und mittelfristig Nachholpotenzial versprechen. Einer dieser unentdeckten Titel ist 3W Power.
Mit der Aktie, die seit Ende 2010 im Prime Standard notiert und an der die Deutsche Bank und der US-Investor Ripplewood gut zur Hälfte beteiligt sind, konnten Anleger bislang allerdings noch keinen Blumentopf gewinnen. Vom Börsenstart 2008 an ging es mit dem Kurs kontinuierlich abwärts. Gegenüber dem Emissionspreis von zehn Euro hatte sich die Notiz bis Mitte 2010 mehr als halbiert.
Seit dem Segmentwechsel dümpelt das Papier zwischen vier und fünf Euro mehr oder minder seitwärts. Doch die Aktie könnte schon bald aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen, denn die Beteiligungsfirma ist über ihre Tochtergesellschaft, dem Leistungselektronikkonzern AEG Power Solutions, in zukunftsträchtigen Geschäftsbereichen aktiv, die mittelfristig hohes Wachstumspotenzial eröffnen.
Zum einen produziert die Holding Wechselrichter für die Solarindustrie und fokussiert sich dort vor allem auf stark wachsende Absatzregionen in boomenden Schwellenländern. Zum anderen bietet 3W Power Industriekonzernen Anwendungen für Stromversorgungslösungen an. Die Kunden kommen aus den Branchen Energie und Telekommunikation sowie aus der Beleuchtungsindustrie und dem Transportwesen.

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Insbesondere Zukunftsthemen wie der Ausbau neuer und intelligenter Stromnetze (Smart Grids) oder die Förderung von Energieeffizienz – zum Beispiel durch den Einsatz von sparsamen LED-Beleuchtungen – spielen 3W Power in diesem Geschäftsbereich in die Karten. Nach schwierigen Jahren, in denen die Geschäfte nur schleppend vorankamen, geht es mittlerweile operativ spürbar bergauf. Dank der Emission einer 100 Millionen Euro schweren Anleihe ist die Firma mittlerweile finanziell gut gebettet, obendrein trägt das durch ein neues Management auf den Weg gebrachte Restrukturierungsprogramm Früchte.
Im ersten Quartal 2011 legten Umsatz und Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresquartal um gut ein Drittel zu, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) drehte wieder in die Gewinnzone. Unterm Strich wird 3W Power in diesem Jahr zwar noch rote Zahlen schreiben, doch schon 2012, so versprechen interne Planungen, will die Gesellschaft bei einem Umsatz von 500 Millionen Euro (2010: 306 Millionen Euro) und einer Ebitda-Marge von bis zu 15 Prozent nachhaltig profitabel arbeiten.
Trotz eines Börsenwerts von 240 Millionen Euro, der im Verhältnis zur angepeilten halben Umsatzmilliarde durchaus Bewertungsspielraum nach oben lässt, wird 3W von Anlegern und Analysten noch kaum wahrgenommen. Sollte sich der operative Aufschwung jedoch wie geplant fortsetzen, dürfte der Titel nicht mehr lang unentdeckt bleiben.
Bildquellen: Siemens