von Peer Leugermann
Mikroskopisch kleine Produkte und eine gigantische Umstrukturierung – das ist ItN Nanovation. Der Umbau wurde notwendig, weil zwei Exvorstände das Technologieunternehmen Ende 2008 fast in die Zahlungsunfähigkeit manövriert hatten. Seitdem sind nicht nur die beiden Manager Geschichte, sondern auch das Geschäftsmodell.
Drei Kapitalerhöhungen, eine ver-äußerte Produktlinie und ein Verkauf der Fertigungsanlagen später ist Neu-Unternehmenslenker Lutz Bungeroth dabei, seine Vision zu realisieren. „Bis Ende 2010 wird aus ItN eine Technologieholding werden“, beschreibt der Sanierer sein Ziel. So lange müssen die Verringerung der Verluste und eine gesicherte Liquidität als betriebswirtschaftliche Erfolge reichen.
Bungeroths Idee der Technologieholding dreht sich im Kern um die Bereiche Wasseraufbereitung und keramische Beschichtung. Beispiel Meerwasserentsalzung: Das Unternehmen soll laut Bungeroth künftig nicht mehr selbst Filter produzieren. ItN will in Zukunft mit Kunden Joint Ventures gründen. In diese Gemeinschaftsunternehmen will ItN die Mehrheit über die Nutzungserlaubnis seiner Patente einbringen. Die Produktionsanlagen sollen vom Partner gestellt und die Entsalzungsanlagen vor Ort mit Filtern ausgerüstet werden. So sollen die Herstellungskosten stärker von den Partnern mitgetragen werden, während ItN sein Wissen um Nanobeschichtungen verkauft.