von Peer Leugermann
Der Satz ist zur inflationär gebrauchten Managerfloskel geworden: „Die Krise als Chance nutzen.“ Auch dem Vorstandschef von Nanofocus kommt er über die Lippen. Doch anders als viele seiner Kollegen meint es Hans Schreier damit ernst. Der Spezialist für optische Oberflächenkontrollsysteme will zukaufen und steht nach eigenen Aussagen bereits kurz vor dem Vollzug einer Übernahme. Laut Schreier besteht dabei die Chance zur Verdoppelung des Umsatzes.
Mit dem Zukauf, den Schreier noch nicht benennen kann, will Nanofocus die eigene Fertigungstiefe erhöhen. Die Systeme der Firma kontrollieren mittels hochauflösender Kameras die Qualität von Bauteilen. Mit den Produkten des Zukaufs soll die Oberflächenkontrolle künftig auch im laufenden Produktionsprozess möglich sein. Der Schritt soll der Firma zu einer zweistelligen Marge in der Produktion verhelfen. Die Auslastung der übernommenen Anlagen scheint dabei bereits gesichert zu sein. Laut Nanofocus wird der Kauf zudem für einen „fliegenden Start“ bei einem Entwicklungsprojekt für den Automobilzulieferer ElringKlinger sorgen. Zum Preis wollte das Unternehmen keine Angaben machen. Finanzvorstand Joachim Sorg versichert jedoch, dass die Margensteigerung nicht teuer erkauft wird. „Das stemmen wir zum Großteil aus dem laufenden Geschäft“, sagte Sorg. Allerdings wurde zur Finanzierung auch eine Kapitalerhöhung durchgeführt, die rund 800.000 Euro einbrachte.
Die Oberhausener arbeiten noch an einem weiteren Umsatzbeschleuniger.
Bildquellen: NanoFocus