von Jens Castner, Euro am Sonntag
Die Kursgewinne, mit denen Nanostart nach dem Jahreswechsel die Börse in Atem hielt, sind komplett abgearbeitet. Anlegern bietet sich damit eine neue Einstiegschance, denn die Nachrichtenlage hat sich nicht verschlechtert. Im Gegenteil: Vergangene Woche legte die Beteiligungsgesellschaft das beste Halbjahresergebnis seit Unternehmensgründung vor.
Nach einem Verlust von 1,4 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum fiel diesmal ein Gewinn von 923.000 Euro an. Darin ist die Übernahme der Hauptproduktlinie Maui der US-Beteiligung Biomicro Systems durch Roche noch nicht enthalten. Auch der Verkauf der Nanogram-Beteiligung an den japanischen Pharmakonzern Teijin und neue strategische Partnerschaften der Portfoliounternehmen Nanosys und ItN Nanovation wurden oder werden erst nach dem 30. Juni ergebniswirksam.
Obwohl die schnell wachsenden, nicht börsennotierten Töchter konservativ zu Anschaffungskosten in die Bilanz eingestellt werden, stieg der Nettoinventarwert (also die Summe aus Kassenbestand und Wert der Firmenbeteiligungen) von 112 auf 141 Millionen Euro. Nur die börsennotierten Beteiligungen fließen zu Marktwerten in die Berechnung des Nettoinventarwerts ein.

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Dessen ungeachtet setzte mit Beginn des zweiten Halbjahres eine kräftige Korrektur des Aktienkurses ein. Die kam nicht von ungefähr, denn die zuvor kontinuierlich gestiegene Magforce-Aktie ging in den freien Fall über. Der Wert des 76,8-Prozent-Anteils an Magforce sank deshalb seit dem 30. Juni um ein Drittel auf 84 Millionen Euro.
Eine fundamentale Erklärung für die Magforce-Schwäche hat das Management nicht. Gewinnmitnahmen nach zuvor positiven Nachrichten oder Nervosität, weil nach der Zulassung einer neuartigen Krebstherapie eine Zeit lang keine neuen Meldungen kamen, vermutet man in der Nanostart-Zentrale im Herzen der Frankfurter City. Sollte es tatsächlich nur daran liegen, müsste der Umschwung bald einsetzen.
Magforce hat ein Verfahren zur Bekämpfung von Gehirntumoren entwickelt: Dabei werden Nanometallpartikel in das Tumorgewebe eingebracht und anschließend per Magnetfeld erhitzt. Da Tumore keine Wärme vertragen, sterben sie ab.
Laut einer Veröffentlichung im „Journal of Neuro-Oncolgy“ ist diese Behandlung der Chemotherapie und der Strahlenbehandlung überlegen. Zudem stellte sich heraus, dass die Magforce-Methode nicht nur ein mögliches Konkurrenzverfahren zu herkömmlichen Behandlungsmethoden ist, sondern auch als Ergänzung zu diesen beiden Therapieformen die Ergebnisse wesentlich verbessert.
Der Durchbruch könnte im ersten Quartal 2011 erfolgen, wenn die Therapie in Deutschland eingeführt wird. Bis dahin sollen zusätzliche klinische Studien und Veröffentlichungen in weiteren internationalen Publikationen die Fachwelt von der Wirksamkeit dieser Behandlungsmethode überzeugen.
Fazit: Nach oben unbegrenztes Potenzial, nach unten sichert die Unterstützungszone zwischen 15 und 16 Euro den Kurs ab.
Kursziel: 25 Euro
Stopp-Kurs: 14 Euro