Kreisen zufolge ist der Stahlkonzern unzufrieden mit den bisherigen Geboten für seine defizitären Werke in Brasilien und den USA. Das Unternehmen wolle mindestens den Buchwert von rund sieben Milliarden Euro erzielen, um Abschreibungen zu vermeiden, hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Für erneute Offerten soll
ThyssenKrupp den Interessenten demnach eine Frist bis zum heutigen Freitag gesetzt haben.
HÄNDLER: FORDERUNG 'UNANGEMESSEN' Ein Börsianer sieht die Forderung als "unangemessen" an. Sollte der Konzern an diesem Preis festhalten, werde die Transaktion scheitern und die
Aktie fallen, fügte der Händler hinzu. Analysten rechnen seiner Aussage zufolge mit einem Erlös von drei bis vier Milliarden Euro. Womöglich seien es taktische Gründe, die ThyssenKrupp zu der Maßnahme bewegten, mutmaßte ein zweiter Marktteilnehmer. Allerdings erinnere der Schritt an die Tatsache, dass es bei dem Unternehmen noch einige kurzfristige Risiken gebe, die in den nächsten Wochen das Kurspotenzial begrenzen könnten. Mittelfristig bestehe bei der Aktie aber Aufwärtspotenzial, fügte er hinzu.
BERICHTE ÜBER SINKENDE RELEVANZ VON STAHL Berichte, wonach das Stahlgeschäft bei ThyssenKrupp seine dominante Rolle verliert, hielten Händler für nicht kursrelevant. Ein Sprecher hatte am Sonntag Informationen des "Spiegel" bestätigt, wonach Stahl wegen des Umbaus zum Technologiekonzern künftig nur noch 30 Prozent des Umsatzes ausmachen werde. Der Erzeugungsanteil in der Sparte kam zuletzt auf 40 Prozent./tih/zb FRANKFURT (dpa-AFX)
Bildquellen: ThyssenKrupp AG