13.12.2012 16:06
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ArcelorMittal hat Interesse an Stahlwerk von ThyssenKrupp

Stahlwerke zur Disposition: ArcelorMittal hat Interesse an Stahlwerk von ThyssenKrupp | Nachricht | finanzen.net
Stahlwerke zur Disposition
Der weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal hat öffentlich Interesse an dem zum Verkauf stehenden US-Stahlwerk des angeschlagenen Industriekonzerns ThyssenKrupp bekundet.
"Wir schauen uns das an", sagte ArcelorMittal -Vorstandschef Lakshmi Mittal der "Financial Times" (Donnerstag). Er ließ aber offen, ob er schließlich ein festes Angebot machen werde.

   Mittal äußerte sich in der Zeitung sehr optimistisch über die Aussichten der US-Wirtschaft. Er erwarte angesichts des von neuen Fördertechniken ausgelösten Energiebooms eine neue Wachstumsphase. Sein Konzern betreibt einige seiner größten Werke in den USA und beschäftigt dort 18.000 Menschen. Die ThyssenKrupp-Anlage in Alabama könnte da gut hineinpassen. Analysten schätzen den Wert des dortigen Walzwerks auf 1 bis 1,5 Milliarden US-Dollar.

 ThyssenKrupp-Finanzvorstand Guido Kerkhoff hatte bei der Bilanz-Pressekonferenz am Dienstag gesagt, dass es noch mehr als fünf Interessenten für die Werke in Brasilien und den USA gebe. Der Verkaufsprozess verlaufe planmäßig und solle im bis Ende September 2013 laufenden Geschäftsjahr abgeschlossen sein. Offen ist, ob die beiden Werke zusammen oder einzeln verkauft werden. Sie stehen noch mit 3,9 Milliarden Euro in den Büchern.

  Die Anlagen haben sich für ThyssenKrupp zu einer dramatischen Fehlinvestition entwickelt. Allein im vergangenen Geschäftsjahr schrieb der Konzern 3,6 Milliarden Euro darauf ab, was zu einem Konzernverlust von 5 Milliarden Euro führte. ThyssenKrupp hat bislang rund 12 Milliarden Euro in die Werke gesteckt. Wegen Planungsfehlern und veränderter Rahmenbedingungen wie der Aufwertung der brasilianischen Währung haben sie sich zu einem Milliardengrab entwickelt. Der seit Anfang 2011 amtierende Vorstandschef Heinrich Hiesinger hatte im Mai die Reißleine gezogen und die Werke zum Verkauf gestellt. Inzwischen läuft im Konzern die Suche nach Verantwortlichen für das Desaster./enl/mmb/kja

LONDON (dpa-AFX)
Bildquellen: ThyssenKrupp AG
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