Der interne Zeitplan sehe vor, dass der Konzern bis März 2013 einen Käufer für die defizitäre Sparte Steel Americas findet, schreibt die "Financial Times Deutschland" (Montag). Der endgültige Verkaufsabschluss mit allen Vertragsdetails ("Closing") sei nicht vor September nächsten Jahres wahrscheinlich.
ThyssenKrupp selbst spreche von einem planmäßigen Verlauf, schreibt die Zeitung.
In der vergangenen Woche hatte die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) nach der Aufsichtsratssitzung des Stahlkonzerns über Verzögerungen von mehreren Monaten berichtet. Am Samstag meldete die Zeitung, ThyssenKrupp werde wegen massiver Probleme seiner Stahlwerke in den USA und Brasilien die Kosten um zwei Milliarden Euro senken. Die Summe solle innerhalb von drei Jahren eingespart werden, um den Konzern als Ganzes erhalten zu können.
Die neuen Stahlwerke im US-Bundesstaat Alabama und in Brasilien werden ThyssenKrupp damit auch in den kommenden Monaten weiter hohe Verluste bescheren. Seit Wochen zeichnet sich ab, dass die Preisvorstellungen der Interessenten und die von ThyssenKrupp weit auseinander liegen. Als erste Zielmarke hatte Vorstandschef Heinrich Hiesinger den Buchwert der Werke von 7 Milliarden Euro ausgegeben. Die bisherigen Gebote sollen sich zusammen allerdings dem Vernehmen nach lediglich auf 3 bis 4 Milliarden Euro belaufen. Derzeit sind laut "FTD" noch rund ein halbes Dutzend Kaufinteressenten im Rennen, darunter die brasilianische CSN, United States Steel, Nucor und die japanischen Hersteller Nippon Steel sowie JFE Steel.
HAMBURG (dpa-AFX)
Bildquellen: ThyssenKrupp AG