aktualisiert: 12.12.2012 19:55
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Überflieger: Sechs Nebenwerte auf Topniveau

Starke Nebenwerte: Überflieger: Sechs Nebenwerte auf Topniveau | Nachricht | finanzen.net
Starke Nebenwerte

In Aktien zu investieren, die im Höhenflug sind, ist ein lukrativer Ansatz und zahlt sich oftmals aus. €uro am Sonntag sagt, warum das so ist, und stellt sechs Highflyer vor.

€uro am Sonntag

von Lars Winter, Euro am Sonntag

Man kann es wie die Investorenlegende Warren Buffett machen: unterbewertete Unternehmen suchen und warten, bis der Markt den wahren Wert erkennt. Doch tagelanges Bilanzenlesen ist nicht jedermanns Sache. Muss es auch nicht. Denn mindestens genauso lukrativ kann ein einfacher Blick auf die Toplisten der Aktien­indizes sein. Der Grund: Aktien, die gerade von Hoch zu Hoch laufen, echte Überflieger, können einen solchen Trend meist halten. Stimmen dann auch noch die fundamentalen Daten des Unternehmens, bieten sich hervorragende Kaufchancen.

Die Redaktion hat Nebenwerte zusammengestellt, die sich in den vergangenen Monaten noch besser als der ohnehin schon gute Gesamtmarkt entwickelten und sich in ausgeprägten Aufschwungphasen befinden. Einige, wie etwa die Aktien des Laborausstatters Sartorius, des Internetspezialisten United Internet oder des Lackieranlagenbauers Dürr, notieren zudem auf oder in der Nähe ihrer Höchststände. Das bringt zwei Vorteile.

Zum einen stehen einer Aktie, die auf Höchstkursen notiert, für einen weiteren Anstieg keine charttechnischen Widerstände mehr entgegen. Zum anderen liegen alle Aktionäre, die das Papier je gekauft haben — Kapitalerhöhungen oder Aktiensplits außen vor gelassen — im Plus.

Die Folge: Der Verkaufsdruck ist gering, weil sich jeder mit seiner „Gewinnaktie“ erst einmal wohlfühlt. Sicherlich gibt es auch bei den Highflyern an der Börse immer wieder mal Gewinnmitnahmen, doch in der Regel trennen sich Aktionäre eher von ihren Papieren, wenn sie auf Kursverlusten sitzen. Auch wenn eine Aktie aus der Verlustzone wieder in den Bereich des Einstandspreises klettert, stellen viele Investoren ihre Positionen glatt. Diese sogenannten Kompensationsverkäufe bleiben bei Titeln aus, die auf Allzeithoch notieren.

So wie das Papier des Lackier­anlagenspezialisten Dürr. Das läuft seit Monaten von einem Hoch zum nächsten. Kein Wunder, denn bei Dürr brummt das operative Geschäft. Verantwortlich für die jüngsten Kursaufschläge war, dass das Unternehmen einen Großauftrag vermelden konnte. Dürr zog von Volkswagen den bisher größten Auftrag im Bereich Klebetechnik für den ­Automobilkarosseriebau an Land.

Analysten reagierten entsprechend positiv: Nach Einschätzung von Ralf Marinoni, Analyst bei Close Brothers Seydler Research, könnte die Rekordorder zu Folgeaufträgen von Volkswagen sowie zu Neuauf­trägen anderer Automobilhersteller führen. Marinoni rechnet deshalb auch 2013 mit Wachstum und Gewinn und rät zum Kauf des Titels. Auch Stefan Augustin, Analyst bei Kepler Capital Markets, stuft die MDAX-Aktie, die trotz Höhenflug mit einem moderaten 2013er-KGV von rund zehn gepreist wird, weiterhin mit dem Votum „Kaufen“ ein.

Teuer, aber gut
Auch beim Highflyer KWS Saat, dessen Kurs sich innerhalb von zwei Jahren glatt verdoppelt hat, sehen einige Experten noch Luft nach oben. Heinz Müller, Analyst bei der DZ Bank, hält den Titel, der aktuell mit einem 2013er-KGV von über 18 zwar kein Schnäppchen mehr ist, gegenüber wichtigen Wettbewerbern wie dem US-Saatguthersteller Monsanto (KGV: 20,7) oder der japanischen Sakata-Gruppe (KGV: 20) fundamental dennoch für unterbewertet.

Kontinuierlich bergauf geht es seit einigen Jahren auch mit dem schwäbischen Unternehmen USU Software. Ordentliche Wachstumszahlen, eine solide Bilanz und eine gute Auftragslage sorgten dafür, dass sich der Aktienkurs innerhalb weniger Jahre mehr als verdreifachte. Inzwischen notiert die Aktie auf einem Fünfjahreshoch und könnte in den kommenden Monaten weiter nach oben klettern. Die Bewertung des Papiers mit einem 2013er-KGV von knapp elf ist moderat, die aktuelle Divi­dendenrendite von über vier Prozent attraktiv. Philipp Leipold, Analyst beim Researchhaus GBC, sagt ein Kursziel von 7,50 Euro voraus und empfiehlt den Kauf des Small Cap.

Ebenfalls auf einem Mehrjahreshoch notiert die Aktie des TecDAX-Konzerns Jenoptik. Die Geschäfte mit industrieller Messtechnik laufen nach wie vor gut. Die zweimal angehobene Gewinnprognose für 2012 werde man erneut übertreffen, sagte Firmenchef Michael Mertin. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass die Thüringer auch 2013 im Aufwind bleiben. Der Auftragsbestand liegt aktuell zumindest noch über Vorjahresniveau.

Fantasie durch Sondereffekt
Einfach nicht zu bremsen ist die Aktie des Göttinger Laborausstatters Sartorius. Innerhalb von nur drei Jahren hat sich der Kurs mehr als versiebenfacht. Auch im laufenden Jahr gehört der Titel mit einem Plus von über 100 Prozent wieder zu den klaren Outperformern im TecDAX. Und ein Ende der Fahnenstange ist aktuell noch nicht in Sicht. Die Firma überzeugte zuletzt erneut mit starken Quartalszahlen, die Gewinnprognose für das laufende Jahr wurde abermals angehoben.

Neben der guten operativen Entwicklung dürfte der Nebenwert in den kommenden Wochen vom sogenannten Window-Dressing-Effekt profitieren. Vor jedem Jahreswechsel kaufen Fondsmanager noch verstärkt Aktien in ihre Depots, die auf den Gewinnerlisten des Jahres weit oben stehen. So können sie im jährlichen Rechenschaftsbericht den Eindruck erwecken, sie hätten ein gutes Händchen gehabt und auf die richtigen Aktien gesetzt — sie verschönern ihr Schaufenster.

Zu den Profiteuren des diesjährigen Window-Dressing-Effekts zählt auch United Internet. Der Onlinedienstleister musste jüngst zwar leichte Kursrückschläge vom kurz zuvor erreichten Allzeithoch bei 17,55 Euro verdauen. Der Großaktionär Warburg Pincus war überraschend ausgestiegen und hatte gut zwölf Millionen Aktien zum Preis von 16 bis 16,50 Euro am Markt platziert. Das drückte auf den Kurs. Den Abschlag dürfte das Papier aber zügig aufholen, denn operativ läuft es bei United Internet rund.

Vor allem im Geschäft mit schnellen Internetverbindungen ist das Unternehmen auf Kurs. Die DSL-Sparte erwirtschaftet mittlerweile innerhalb des Konzerns einen überdurchschnittlich hohen operativen freien Cashflow. Auch Analyst Usman Ghazi von der Privatbank Berenberg bewertet diese Entwicklung positiv und hob die langfristigen Prognosen für das DSL-Geschäft an. Für Fantasie sorgt laut Ghazi die niedrige Verschuldung des Internetdienstleisters, die mittelfristig den Weg für Aktienrückkäufe ebnen könnte. Zumal der Titel niedrig bewertet sei und sich nach wie vor in einem intakten Aufwärtstrend befinde.

Sechs Überflieger mit Potenzial

 

Platz 6: USU Software

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