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20.03.2013 18:00

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von Tim Schäfer, €uro am Sonntag

STARKER DOW-TITEL

Travelers Companies: Anlegers Liebling 

Travelers Companies zu myNews hinzufügen Was ist das?


Der US-Versicherungskonzern ist der heimliche Star im US-Index Dow Jones. Die Aktie hat innerhalb von zwölf Monaten um mehr als 40 Prozent zugelegt. Die Gründe dafür und die Chancen für Neueinsteiger.

von Tim Schäfer, New York

Sieben Meter hohe Wellen peitschten über die Küsten. Ganze Häuser wurden weggespült, Straßen aufgerissen. Mehr als 100 Menschen starben, als Wirbelsturm Sandy im Oktober über weite Teile Mittelamerikas und der USA fegte. Der volkswirtschaftliche Schaden wird auf 50 Milliarden Dollar geschätzt.

An den Aktienmärkten schlagen Naturkatastrophen meist am stärksten bei Versicherungskonzernen ein. Beim US-Riesen Travelers Companies halbierte sich nach Sandy im vierten Quartal 2012 der Gewinn auf 304 Millionen Euro. Cathy Seifert vom Researchunternehmen S & P betrachtet die wirtschaftliche Kettenreaktion dennoch unaufgeregt: „Naturkatastrophen gehören zum Geschäft.“ Börsianer sehen es offenbar ähnlich: Die Travelers-Aktie geriet durch Sandy nur kurz unter Druck. Über die vergangenen zwölf Monate hat sie um mehr als 40 Prozent an Wert zugelegt.

Travelers — bekannt für sein markantes Firmenlogo, den roten Regenschirm — versichert Autos, Häuser und Unternehmen. Exotische Assekuranzen für Boote, Yachten und Überschwemmungen runden die Angebotspalette ab.

Selbst für Brautpaare gibt es ein Spezialprodukt: Falls auf der Hochzeit die teure Perlenkette, Videoaufnahmen, Garderobe oder Geschenke abhandenkommen, begleicht Travelers den Schaden. In den USA sind die New Yorker die Nummer 2 unter den Kfz- und Wohngebäudeversicherungen.

Vertrieben werden die Policen über 14.000 unabhängige Agenturen und Brokerhäuser. Im vergangenen Jahr summierten sich die Prämieneinnahmen auf 22,4 Milliarden Dollar. Mit einer Eigenkapitalrendite von 9,8 Prozent ist das Brot- und Butter-Geschäft kerngesund. Seit dem Jahr 2004 klettert nun schon die Dividende. Sie hat sich mittlerweile mehr als verdoppelt.

Travelers bekräftigte unlängst auf dem Investorentreffen, eine Rendite von rund 15 Prozent auf das eingesetzte Kapital anzustreben. Das Ziel soll über eine Spezialisierung in den Produkten erreicht werden. Wichtig sind vor allem die Geschäftskunden. Auf sie entfällt mehr als die Hälfte der Gesamteinnahmen. Hier hat sich Travelers auf die Branchen Bau, Technologie, Öffentliche Hand, Öl und Gas ausgerichtet. Um die wachsenden Risiken abzufedern, erhöht der Vorstand regelmäßig die Preise moderat.

Diese Strategie zahlt sich aus. Der Dezember war innerhalb des Abschlussquartals der beste Monat. Im Januar soll sich der positive Trend fortgesetzt haben. „Wir sind bestärkt in unserer Ansicht, dass 2013 gut begonnen hat“, deutete der für das operative Geschäft zuständige Vorstand Brian MacLean Mitte Februar an. Am 15. April werden die Quartalszahlen vorgelegt. Sie dürften ausgesprochen gut ausfallen.

Turbulente Entwicklung
Die Gruppe entstand aus der Verschmelzung von The Saint Paul Fire and Marine Insurance (1853 gegründet) mit Travelers. Saint Paul half Kunden, die Probleme hatten, ihre Ansprüche gegenüber ihrer Versicherung in einem angemessenen Zeitrahmen durchzusetzen. Travelers, dessen Ursprünge bis 1864 zurückreichen, versicherte Eisenbahnkunden zu einer Zeit, als das Reisen viel gefährlicher war als heute — so erklärt sich auch die Firmierung.

Jeweils eine Vorreiterrolle übernahm Travelers bei der Vermarktung von Auto-, Flugzeug- und Raumfahrtpolicen. 1998 fusionierte Travelers mit der Citibank zur Citigroup. Jedoch zahlten sich die erhofften Syn­ergien zwischen der Versicherung und der Bank nicht aus.
Ab 2003 begann ein Abnabelungsprozess. 2009 schließlich ersetzte Travelers die Citigroup im prestigeträchtigen US-Aktienindex Dow Jones. Seither befindet sich die Aktie im Höhenflug. Trotz Sandy.

Fazit: Trotz des deutlichen Kursanstiegs notiert Travelers bei 30 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung nur 20 Prozent über Buchwert. 2012 kaufte der Vorstand Aktien im Wert von 1,45 Milliarden Dollar zurück. Die Dividendenrendite liegt bei über zwei Prozent. Kaufen.

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