17.07.2012 15:42
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Commerzbank plant Einschnitte im Privatkundengeschäft

Stellenabbau im Visier
Die krisengeschüttelte Commerzbank kommt nicht zur Ruhe. Das Institut plant einem Medienbericht zufolge Einschnitte im Privatkundengeschäft.
Nachdem die Commerzbank jüngst den Rückzug aus der Schiffsfinanzierung und der gewerblichen Immobilienfinanzierung beschlossen hatte, will der DAX-Konzern nun offenbar Stellen im Privatkundengeschäft streichen. Momentan prüfe der Vorstand, ob der größte Konzernbereich mit seinen rund 18.000 Mitarbeitern für das aktuell schwierige Marktumfeld richtig aufgestellt sei, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) mit Verweis auf gut informierte Kreise. Ein Commerzbank-Sprecher wollte den Artikel auf Nachfrage von Dow Jones Newswires nicht kommentieren.

"Wir müssen uns fragen, ob die 2009 geplanten Ressourcen noch passen", sagte ein Insider der FTD. Es sei gut möglich, dass den Überlegungen bald konkrete Stellenabbaupläne folgen werden. Eine Entscheidung, wie viele Mitarbeiter gehen müssen, sei allerdings noch nicht gefallen.

Der Bereich Privatkunden ist eines der Kernsegmente der Commerzbank. Es setzt sich aus den Filialen der Commerzbank und den ehemaligen Dresdner-Bank-Filialen zusammen. 2009 hatte die Commerzbank das Bankhaus übernommen und im Zuge der Integration den Abbau von 9.000 Stellen beschlossen. Diese Stellenstreichungen sind größtenteils umgesetzt. Außerdem wurden Filialschließungen angekündigt. Bis Ende 2012 sollte die Zahl der Geschäftsstellen von rund 1.600 auf 1.200 sinken.

Einige Commerzbank-Vorstände schrecken nach FTD-Informationen vor harten Einschnitten zurück, um die Erholung im Aufschwung nicht zu gefährden. Andere dagegen drängen auf deutliche Einschnitte, da ein baldiges Ende der niedrigen Zinsen und der Risikoscheu der Privatanleger nicht absehbar seien, hieß es in dem Artikel weiter.

Die Überlegungen zum Privatkundengeschäft sind Teil einer neuen Strategie, mit der die Commerzbank die Weichen bis 2016 stellen will. Sie soll im September vorgestellt werden.

Analysten von Sylvia Quandt Research halten einen Stellenabbau bei der Eurohypo und eine Straffung im Privatkundengeschäft für sinnvoll. Allerdings gehen sie davon aus, dass dies schwierig umzusetzen ist, da die Commerzbank den Mitarbeitern zugesichert hat, dass es bis Ende 2013 keine Stellenstreichungen geben werde. Um Mitarbeiter zum Weggang zu bewegen, würde die Commerzbank daher Abfindungen zahlen müssen. Zu teuer, urteilen die Analysten und glauben, dass es lediglich einen schnelleren Abbau bei der Tochter Eurohypo geben werde. Auf Druck der EU-Kommission muss die Tochter namentlich bis August 2012 vom Markt verschwunden sein. Die dort betriebenen Geschäftsfelder werden weitestgehend aufgegeben.

Kontakt zu den Autoren: hans.bielefeld@dowjones.com und alexandra.edinger@dowjones.com DJG/hbb/aed/bam (END) Dow Jones Newswires July 17, 2012 06:04 ET (10:04 GMT) Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 06 04 AM EDT 07-17-12

Bildquellen: iStock/kontrast-fotodesign
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