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03.05.2012 13:40

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Preiskampf drückt METRO tief in die Verlustzone

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Das Wachstum im Auftaktquartal hat viel Geld gekostet: Die Preisoffensive bei Töchtern wie Media Markt und Saturn hat METRO tiefrote Zahlen beschert.

Der Handelskonzern METRO hat im ersten Quartal den Umsatz trotz eines angespannten Umfeldes gesteigert, dieses Wachstum jedoch teuer erkauft: Das Unternehmen schrieb rote Zahlen. Preissenkungen, Investitionen beim Kundenservice sowie höhere Expansionskosten ließen den Nettoverlust auf 82 Millionen Euro anschwellen, nach einem Fehlbetrag von drei Millionen Euro im Vorjahr. Auch operativ rutschte Metro in die Verlustzone - für viele Analysten überraschend.

   Das erste Quartal spielt dabei für Metro eine eher untergeordnete Rolle. Den Löwenanteil seines Gewinns macht der Handelskonzern im zweiten Halbjahr und dabei vor allem im Weihnachtsgeschäft. Für die kommenden Quartale erwartet Vorstandsvorsitzender Olaf Koch wieder steigende Ergebnisse.

   Der Handelskonzern befindet sich im Umbruch. Im Mittelpunkt stehen das Großhandelsgeschäft Cash & Carry sowie die Elektronikmärkte Media Markt und Saturn. Der neue Metro-Chef Koch hat angekündigt, die Produktivität zu erhöhen und die Preise zu senken. Koch will insbesondere das Umsatzwachstum auf vergleichbarer Fläche stärken, und dies auch auf Kosten der Ergebnisse. Zudem soll die Expansion beschleunigt werden, was zu zusätzlichen Kosten führt.

   Diese Maßnahmen brachten laut Koch bereits erste Erfolge. Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten um 2,2 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro. Dazu trugen alle Vertriebslinien bei. Der Umsatz erhöhte sich dabei in Deutschland um 1,6 Prozent. Schwierig blieb das Geschäft angesichts einer schwächelnden Konjunktur in Westeuropa. Hier sanken die Umsätze um 1,2 Prozent, zusätzlich beeinträchtigt durch den Verkauf der Saturn-Märkte in Frankreich. Dagegen legten die Regionen Osteuropa sowie Asien/Afrika zu.

   Osteuropa und Asien waren auch die Wachstumstreiber bei Cash & Carry, deren Umsatz um 3,7 Prozent zunahm. Mit 7,3 Milliarden Euro trägt die Vertriebslinie den Löwenanteil zum Konzernumsatz bei. Dagegen konnte der ehemalige Wachstumstreiber Media Saturn die Erlöse nur um 0,4 Prozent steigern. Als einzige Vertriebslinie musste die Elektroniktochter flächenbereinigt sogar einen Umsatzrückgang hinnehmen.

   Beide Vertriebslinien schrieben im ersten Quartal rote Zahlen, nach Gewinnen im Vorjahr. Neben den bereits erwähnten Preissenkungen drückten bei Cash & Carry Aufwendungen für die Reorganisation und höhere Expansionskosten auf das Ergebnis. Bei Media Saturn kamen zusätzlich Kosten für den weiteren Ausbau des Mehrkanalgeschäfts hinzu. Seit Mitte Januar ist mit Media Markt nun auch die letzte Marke nach redcoon und Saturn mit einem eigenen Onlineshop vertreten.

   Die übrigen Vertriebslinien - Kaufhof sowie Real - verzeichneten Verluste in etwa auf Vorjahreshöhe.

   Die Verluste zum Auftakt sollen ein einmaliger Vorgang bleiben. Bereits ab dem zweiten Quartal soll das Ergebnis wieder steigen, sagte Koch in einer Analystenkonferenz. Die Prognose bekräftigte Metro daher: Der Umsatz soll 2012 zulegen. Das operative Ergebnis vor Sonderfaktoren (EBIT) sieht das Unternehmen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres von 2,37 Milliarden Euro. Angesichts der Belastungen und der weiter unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sei die Prognose jedoch zu diesem Zeitpunkt mit Risiken behaftet.

   Das Investitionsbudget kürzte Metro um 200 Millionen auf 1,8 Milliarden Euro. Der geplante Markteintritt in Indonesien wird nicht weiter verfolgt. Metro will sich zunächst in den bestehenden Märkten auf Umsatzsteigerungen auf vergleichbarer Fläche zu konzentrieren und die Expansion in ausgewählten Ländern wie China, Türkei und Russland beschleunigen.

   Zudem arbeitet Metro an effizienteren Strukturen bei den zentralen Verwaltungsaufgaben sowie in den Bereichen IT, Logistik und Immobilien. Überlappungen sollen beseitigt werden, was Kosten sparen soll.

   Die zuletzt stark gebeutelte Metro-Aktie verlor nach diesen Nachrichten erts einmal weiter: Im frühen Handel sank der Kurs um 1 Prozent. Das Papier gehörte damit zunächst zu den wenigen Verlierern im DAX.

FRANKFURT/DÜSSELDORF (Dow Jones)

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