20.12.2012 07:19
Bewerten
 (1)

Deutsche Bank unterliegt erneut vor Gericht

Strafe wegen Zinswetten
Nach der kürzlichen Schlappe im Kirch-Prozess muss die Deutsche Bank erneut eine juristische Niederlage hinnehmen. Die Schadensersatzzahlung fällt dieses Mal allerdings vergleichsweise gering aus.
Ein italienisches Gericht verurteilte die größte deutsche Bank am Mittwoch gemeinsam mit der inzwischen in der verstaatlichten Hypo Real Estate aufgegangenen Depfa, dem US-Institut JPMorgan Chase und dem Schweizer Haus UBS wegen umstrittener Derivate-Geschäfte mit der Stadt Mailand. Die Strafe fiel mit einer Million Euro je Bank vergleichsweise gering aus. Das Urteil könnte jedoch ein Präzedenzfall werden, da zahlreiche italienische Kommunen ähnliche Geschäfte gemacht hatten. Die Institute kündigten an, gegen das Urteil vorgehen zu wollen.

    "Es ist ein historischer Moment", sagte Ankläger Alfredo Robledo. Es sei das erste Mal, dass der Mangel an Transparenz bei Geschäften von Großbanken mit Kommunen als Verbrechen eingestuft wurde. Im Kern geht es in dem seit Mai 2010 andauernden Rechtsstreit um die Ausgabe einer milliardenschweren Anleihe der Stadt Mailand aus dem Jahr 2005, die von den Emissionsbanken über mehrere Zinswetten (Swaps) abgesichert wurde. Da sich diese zu Lasten der Kommunen und zu Gunsten der Institute entwickelt haben, fühlten sich die Kämmerer über den Tisch gezogen und gingen gegen die Banken vor.

    Die Kommune hatte sich im März diesen Jahres daher bereits auf einen Vergleich mit den Banken geeinigt. Die umstrittenen Geschäfte wurden dabei aufgelöst und zu viel kassierte Gebühren erstattet. Zudem überwiesen die Banken mit 476 Millionen Euro zumindest einen Teil der durch die Derivate erzielten Gewinne. Die Stadt hatte im Gegenzug die Klagen auf Schadenersatz fallen gelassen. Die strafrechtliche Untersuchung ging jedoch weiter. Neben der Buße für die Banken wurden noch neun Angestellte persönlich schuldig gesprochen.

    Ähnliche Fälle hatte es auch in Deutschland gegeben. So hatte zum Beispiel die Stadt Pforzheim Zinsswaps von der Deutschen Bank gekauft und einen hohen Verlust erlitten. Es gab aber auch noch eine Reihe anderer Städte, kommunaler Unternehmen und Mittelständler, die mit diesen Produkten hohe Verluste erlitten hatten. 2011 hatte der Bundesgerichtshof der Deutschen Bank eine Verletzung ihrer Beratungspflichten vorgeworfen. Zudem habe die Bank "die Risikostruktur des Geschäft bewusst zulasten des Kunden und zu ihrem Vorteil gestaltet, um das Risiko gewinnbringend zu verkaufen", urteilten die Karlsruher Bundesrichter. Die Deutsche Bank einigte sich in der Folge mit vielen Kunden auf Vergleichszahlungen.

MAILAND (dpa-AFX)

Bildquellen: Deutsche Bank AG

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant3
  • Alle5
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
08:56 UhrDeutsche Bank HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
04.02.2016Deutsche Bank NeutralUBS AG
04.02.2016Deutsche Bank UnderperformBNP PARIBAS
03.02.2016Deutsche Bank UnderperformBNP PARIBAS
02.02.2016Deutsche Bank neutralCredit Suisse Group
29.01.2016Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
29.01.2016Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
29.01.2016Deutsche Bank buyNomura
28.01.2016Deutsche Bank kaufenDZ-Bank AG
27.01.2016Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
08:56 UhrDeutsche Bank HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
04.02.2016Deutsche Bank NeutralUBS AG
02.02.2016Deutsche Bank neutralCredit Suisse Group
01.02.2016Deutsche Bank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
29.01.2016Deutsche Bank NeutralBNP PARIBAS
04.02.2016Deutsche Bank UnderperformBNP PARIBAS
03.02.2016Deutsche Bank UnderperformBNP PARIBAS
29.01.2016Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
29.01.2016Deutsche Bank SellS&P Capital IQ
28.01.2016Deutsche Bank VerkaufenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen

Heute im Fokus

DAX fällt unter 9.000 Zähler -- Dow startet mit Verlust -- Ölpreis tief im Minus -- Strafzinsen für Mittelstandskunden der Commerzbank -- VW will US-Autofahrer großzügig entschädigen

Technologie-Aktien folgen der Talfahrt an der Nasdaq. Griechenlands ASE-Index droht Rutsch auf tiefsten Stand seit 1990. Kalipreisverfall - 11 Fragen an K+S-Chef Norbert Steiner. Finanzaufsicht schließt Frankfurter Maple Bank. Credit-Suisse-Chef hat wohl Bonus-Halbierung beantragt. Siemens will angeblich Arbeitsplätze in der Antriebssparte streichen.
Wieviel verdient man in den einzelnen Bundesländern?
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten
Diese Top 20 haben zur Verbessung der Welt beigetragen

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Die öffentliche Verschwendung
Wen sieht die BrandZ-Studie vorn?
Diese Materialien könnten Sie sich nach Ihrem nächsten Lottogewinn gönnen
Wer waren die Aktienstars des deutschen Leitindex?
Wie entwickelten sich Rohstoffe im 3. Quartal?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die Geldgeber Griechenlands sind mit den Reformbemühungen der Regierung in Athen laut einem Medienbericht noch nicht zufrieden. Ist für Sie das Thema Grexit abgehakt?