11.12.2012 09:38
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Lufthansa-Flugbegleiter stimmen für Schlichterspruch im Tarifkonflikt

Streiks vom Tisch
Die Streikgefahr bei der Deutschen Lufthansa ist endgültig vom Tisch. Die Stewards und Stewardessen haben die Empfehlung des Schlichters Bert Rürup akzeptiert.
Damit endet ein Tarifkonflikt, der Deutschlands größte Airline und ihre Kunden mehr als 15 Monate lang in Atem gehalten hat. Die bei der Gewerkschaft UFO organisierten Kabinenbeschäftigten folgten dem Votum ihres Vorstands mit großer Mehrheit und nickten den Kompromiss ab, wie UFO mitteilte. Hätten sie es nicht getan, wäre der Arbeitskampf wieder entfacht und weitere Streiks hätten den Luftverkehr womöglich wieder heftig durcheinander gewirbelt.

Bereits Mitte November hatte der Schlichter den Streithähnen einen Einigungsvorschlag unterbreitet. Obwohl beide Seiten den neuen Tarifvertrag akzeptierten, war die Streikgefahr damals noch nicht gebannt - die Gewerkschaft wollte sich erst noch die Rückendeckung ihrer Mitglieder holen. Diese Urabstimmung endete am Montag. Daran haben sich nach Angaben der Gewerkschaft mehr als 71 Prozent der abstimmungsberechtigten Mitglieder beteiligt. Rund 85 Prozent davon stimmten dem Kompromiss zu.

Die Löhne der rund 18.000 Flugbegleiter steigen nun im kommenden Jahr in der Summe um 4,6 Prozent. Neue Mitarbeiter erhalten künftig anfangs mehr Geld, ihre Gehälter steigen dann aber langsamer als bisher. Der Tarifvertrag gilt für zwei Jahre.

Rürup hatte in dem Streit keine leichte Aufgabe. Die Tarifpartner suchten lange Zeit nach einem gemeinsamen Nenner. Selbst drei Streiktage mit heftigen Flugausfällen brachte die Kontrahenten nicht näher.

Deutschlands größte Airline kämpfte verbissen, weil sie stark unter Druck steht. Billigflieger und Fluggesellschaften aus der Golfregion nehmen ihr reihenweise Passagiere ab. Außerdem leidet Lufthansa wie alle Airlines unter hohen Treibstoffkosten. Ein umfangreiches Sparprogramm soll die Ausgaben dauerhaft senken und wettbewerbsfähige Ticketpreise ermöglichen. Bis zum Jahr 2015 will der Vorstand das Betriebsergebnis um rund 1,5 Milliarden Euro verbessern. Dazu sollen auch die Mitarbeiter der Kabine ihren Beitrag leisten.

Von Kirsten Bienk - Kontakt zur Autorin: kirsten.bienk@dowjones.com

DJG/kib/sha

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