FRIEDRICHSHAFEN/STUTTGART (dpa-AFX) - Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat das Ermittlungsverfahren gegen den früher für das Asien-Geschäft zuständigen Tognum-Vorstand (
Tognum) Peter Kneipp übernommen. Es gehe um den Vorwurf der Bestechung ausländischer Amtsträger, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montag.
Tognum war nach eigenen Angaben aufgrund externer Hinweise auf die mögliche Korruption bei seiner Tochter MTU (
MTU Aero Engines)Asia aufmerksam geworden und hatte bereits Mitte Oktober die Staatsanwaltschaft in Ravensburg informiert. Diese hat den Fall nun nach Stuttgart weitergegeben.
Im Kern geht es um angebliche Zuwendungen und Schmiergeldzahlungen im Zusammenhang mit Rüstungsgeschäften in Südkorea. Nach früheren Angaben der Ermittler müssen Zahlungen der Tognum-Tochter in Höhe von rund 26,7 Millionen Euro auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft werden. Das gilt auch für sieben "Trainings" für südkoreanische Soldaten, zu denen von 2000 bis 2007 unter anderem Reisen nach Thailand, Golfspiele und "Besuche in Etablissements" gehört haben sollen. Die Kosten, die zum Teil von MTU Asia getragen wurden, beliefen sich auf 160 000 Euro.
Das für die Asiengeschäfte zuständige Vorstandsmitglied Peter Kneipp geriet ins Fadenkreuz der Ermittler und ist seit Ende Oktober freigestellt. Kneipp, der bis Ende 2010 für MTU Asia zuständig war, hatte Tognum-Angaben zufolge gemeinsam mit dem Aufsichtsrat beschlossen, seine Aufgaben ruhen zu lassen.
Tognum stellt Motoren für Panzer, Lokomotiven und Jachten her. Die neuen Eigner Daimler und Rolls Royce wollen das Unternehmen zu einem weltweiten Marktführer für Industriemotoren weiterentwickeln./sba/DP/stb