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08.06.2012 20:20

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Südeuropas Kreditnachfrage erhöht Bundesbank-Forderungen gegen EZB


   Die hohe südeuropäische Nachfrage nach Krediten der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Forderungen der Bundesbank gegen die EZB im Mai weiter steigen lassen. Nach Bundesbank-Daten beliefen sich diese Forderungen Ende Mai 2012 auf 699 Milliarden Euro, das waren 55 Milliarden mehr als Ende April.

   Spanische, italienische oder griechische Banken oder Wirtschaftsakteure erhalten immer weniger Kredite aus nordeuropäischen Ländern, die sie zur Finanzierung ihrer Leistungsbilanzdefizite normalerweise bräuchten. Zu einer Zahlungsbilanzkrise kommt es alleine deshalb nicht, weil diese Länder dem Euroraum angehören und deshalb Zugang zu Krediten der EZB haben.

   Verstärkt wird die Abhängigkeit des Südens von EZB-Krediten dadurch, dass viele südeuropäische Anleger ihre Euro-Guthaben in "sichere Euro-Länder" transferieren. Deutsche Banken schwimmen deshalb in Geld und haben ihre Teilnahme an den Refinanzierungsgeschäften der EZB auf ein Mindestmaß reduziert. Ihre Überschussreserven legen sie via Bundesbank in der niedrig verzinsen Einlagenfazilität der EZB an. Auf diese Weise sind sie zum Nettokreditgeber der Bundesbank geworden.

   IM gleichen Maße, wie die Verbindlichkeiten der südeuropäischen Länder gegenüber der EZB steigen, nehmen die Forderungen der Überschussländer, wie Deutschland, Niederlande, Finnland oder Luxemburg zu. Die Deutsche Bundesbank sieht die Zunahme der Target2-Forderungen mit Sorge. Sie ist dafür, wieder strengere Regeln für den Zugang zu Zentralbankgeld einzuführen. Auf diese Weise würde die Menge des über Target2 umzuverteilenden Geldes begrenzt.

   Harsche Kritik am Anstieg der Target-Forderunge übte das Münchener ifo Institut. In einer Pressemitteilung verwiesen die Konjunkturforscher darauf, dass 75 Prozent des Nettoauslandsvermögens der Deutschen nur noch aus Target-Forderungen bestehe. Andere Euro-Länder bezahlten Waren oder Vermögensobjekte in Deutschland mit EZB-Krediten, sie schrieben also quasi bei der Bundesbank.

   "Der Prozess der Umwandlung des Sparvermögens der Deutschen von marktfähigen Anlagen ihrer Banken auf bloße Ausgleichsforderungen gegen die EZB, die nur minimal verzinst sind und nie fällig gestellt werden können, geht mit Riesenschritten voran", kritisierte das ifo Institut.

   Nach Aussage der ifo-Experten weist das System der europäischen Zentralbanken einen Konstruktionsfehler auf, weil die nationalen Zentralbanken nicht gezwungen sind, Verbindlichkeiten gegenüber den Partnerbanken in regelmäßigen Abständen auszugleichen. In den USA, wo die regionalen Federal Reserves diese Praxis befolgen, hätte die Bundesbank das Recht, die Tilgung der vergebenen Kredite über marktfähige Wertpapieren im Wert von 699 Milliarden Euro zu verlangen.

   -Von Hans Bentzien, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 300,

   Hans.Bentzien@dowjones.com

   DJG/hab

   (Mehr zu diesem Thema und weitere Berichte und Analysen zu aktuellen Wirtschafts- und Finanzthemen finden Sie auf www.WSJ.de, dem deutschsprachigen Online-Angebot des Wall Street Journal.)

   (END) Dow Jones Newswires

   June 08, 2012 13:49 ET (17:49 GMT)

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In der EU und bei der EZB werden derzeit die Abschaffung der ein- und zwei-Cent-Münzen sowie des 500-Euro-Scheins diskutiert...
Ich hätte kein Problem mit der Abschaffung von ein- und zwei-Cent-Münzen sowie des 500-Euro-Scheins.
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