KONSTANZ (dpa-AFX) - Das Photovoltaikunternehmen Sunways sieht den Einstieg sowie die geplante Übernahme durch das chinesische Solarunternehmen LDK Solar positiv. Sunways-Vorstandschef Michael Wilhelm sagte am Montag in Konstanz: "Wir freuen uns, mit LDK einen strategischen Ankerinvestor gefunden zu haben, der unsere Vision der Photovoltaik-Zukunft teilt." Die Nachricht vom Einstieg beflügelte die Sunways-Aktie. Das Papier legte an der
Börse in Frankfurt am Main am Mittag um bis zu 22 Prozent zu und notierte bei 1,88 Euro.
Am Wochenende war bekanntgeworden, dass über eine Kapitalerhöhung eine Tochter von LDK Solar ein Drittel der Anteile an Sunways erwirbt. Anschließend wollen die Chinesen den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot zum Preis von 1,90 Euro je Aktie machen. Das Übernahmeangebot muss noch von Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) genehmigt werden. Es soll voraussichtlich Ende des Monats veröffentlicht werden. LDK-Gründer Xiaofeng Peng sagte: "Wir investieren in Sunways, weil wir von den Produkten und dem Geschäftsmodell der Sunways AG überzeugt sind und an das Marktpotenzial der Marke Sunways glauben." Das deutsche Unternehmen sieht mit den Chinesen auch gute Chancen, um im härter werdenden Wettbewerb bestehen zu können. Wilhelm sagte, der Einstieg biete eine solide Chance für die Zukunft.
Sunways hat nach Angaben eines Sprechers insgesamt 344 Mitarbeiter. Die meisten davon seien am Hauptsitz in Konstanz am Bodensee beschäftigt. Rund 150 Personen seien am Standort in Arnstadt in der Zellproduktion tätig. Die Standorte sollen erhalten bleiben, berichte ein Sprecher. Sunways soll laut Mitteilung auch nicht von der Börse genommen werden. Das Unternehmen schrieb unter anderem wegen des Preisverfalls bei Solarmodulen im dritten Quartal hohe Verluste, unterm Strich lagen sie bei 8,7 Millionen Euro. Die Sunways-Aktien sind nach bisherigen Angaben zu 78 Prozent im Streubesitz, der Rest gehört Vorstand und Aufsichtsrat.
LDK Solar mit Sitz in Xinyu City im Südosten Chinas wurde 2005 von Peng gegründet und erzielte 2010 Umsätze in Höhe von 2,509 Milliarden US-Dollar (1,935 Mrd Euro). Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei den sogenannten Wafern, einem Vorprodukt für Solarzellen und -module, hat sich aber in den vergangenen Jahren breiter aufgestellt./ols/DP/tw