HANNOVER/ZÜRICH (dpa-AFX) - Der zum Schweizer Lebensversicherer
Swiss Life gehörende Finanzvertrieb AWD tritt weiter auf der Stelle. In den ersten drei Monaten sei der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um drei Prozent auf 9,5 Millionen Euro gesunken, teilte AWD am Dienstag mit. Der Umsatz legte um ein Prozent auf 135,1 Millionen Euro zu. Die Zahl der Berater sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent auf 5198.
Der MLP-Konkurrent (MLP) steckt seit Jahren unter anderem wegen einer schief gelaufenen internationalen Expansion in der Krise - 2010 konnte zumindest der Umsatzrückgang gestoppt werden und das Unternehmen kehrte in die schwarzen Zahlen zurück. Allerdings halten sich nach Unternehmensangaben wegen der Schuldenkrise in Europa viele Haushalte derzeit bei langfristigen Anlagen noch zurück.
Sorgenkind des Finanzvertriebs bleiben die Märkte in Österreich sowie Zentral- und Osteuropa. Dort verzeichnete AWD im ersten Quartal einen Verlust von 1,2 Millionen Euro. Vor zwei Jahren hatte der Finanzdienstleister begonnen, sein Geschäft in diesen Ländern neu auszurichten. Die Neupositionierung belaste noch immer das Ergebnis, teilte AWD mit. Stärkster Markt bleibt Deutschland, wo das Unternehmen im ersten Quartal mit 86 Millionen Euro 64 Prozent des Umsatzes machte. Bei den Neugeschäftserlösen entfielen im ersten Quartal rund 80 Prozent auf Altersvorsorge. Der Finanzdienstleister will sich auf dieses Segment konzentrieren.
Zuletzt sorgte AWD abseits des operativen Geschäfts für negative Schlagzeilen. So soll Firmengründer Carsten Maschmeyer Berichten zufolge die SPD im Wahlkampf 1998 möglicherweise illegal unterstützt haben. Zudem sieht sich das Unternehmen mit Vorwürfen, Kunden in der Vergangenheit falsch beraten zu haben, konfrontiert. In Deutschland und Österreich liegen Sammelklagen gegen den Finanzvertrieb vor. Maschmeyer und AWD wiesen die Vorwürfe bisher zurück.
Maschmeyer hatte Ende 2007 AWD an Swiss Life verkauft und war von September 2008 bis März 2009 als Co-Vorstandsvorsitzender von AWD verantwortlich für die strategische Weiterentwicklung des Geschäfts gewesen. Maschmeyer hält nach Angaben von Swiss Life heute mehr als 5 Prozent der Anteile an dem Schweizer Versicherer.
Der Mutterkonzern Swiss Life meldete am Dienstag in Zürich für das erste Quartal einen Rückgang der Prämieneinnahmen. Die Prämien sanken um 13,9 Prozent von 7,9 Milliarden im Vorjahreszeitraum auf 6,8 Milliarden Franken (rund 5,3 Mrd Euro). Angaben zum Gewinn machte der Konzern nicht./hoslj/enl/zb/wiz