Der Hintergrund der Erstnotiz ist durchwachsen: Kreisen zufolge war die Spanne für die Zeichnung vor dem Börsenstart auf 17,80 bis 18,80 Euro eingeengt worden, nachdem sie zuerst bei 17,30 bis 20,30 Euro gelegen hatte. Mit der Ausgabe von 25,5 Millionen Aktien wurde ein Bruttoerlös von rund 476 Millionen Euro erzielt, was ohne optionale Mehrzuteilung leicht unter der zuletzt angestrebten Summe von 500 Millionen Euro liegt. Ursprünglich hatten die Hannoveraner sogar 700 Millionen Euro angepeilt, bevor sie den Börsengang absagten, ihre Pläne dann aber kurze Zeit später überraschend wieder aufnahmen.
BÖRSIANER: 'RISIKO EINES FEHLSTARTS VERMIEDEN'
Mit Blick auf den Zeichungskurs von 18,30 Euro sagte Börsenbrief-Autor Hans Bernecker, dass er eigentlich etwas mehr erwartet habe. Er ist nun gespannt auf den Verlauf der nächsten acht bis zehn Börsentage, die ein Signal für weitere Börsengänge wie beispielsweise der Siemens-Tochter Osram geben könnten. Ein Händler führte den eher niedrigen Preis darauf zurück, dass Talanx bei der Platzierung kein Risiko eines Fehlstarts habe eingehen wollen. Ein guter Beginn für die Aktie sei deshalb wichtig, weil es in Zukunft angesichts des noch sehr geringen Streubesitzes wohl weitere Platzierungen geben werde.
Ein Analyst betonte, die Erlöse würden in das organische Wachstum des Versicherers fließen, und gemeinsam mit der durch den strategischen Partner Meiji Yasuda Life Insurance gewandelten Nachranganleihe die Kapitalstruktur verbessern. Hinweise des Konzerns auf eine Auszahlungsquote von 35 bis 45 Prozent könnten zu einer Dividendenrendite von 6 Prozent führen, fügte er an. Ein Börsianer führte diesen Punkt ebenfalls auf und betonte, mit solch einer Rendite liege Talanx beispielsweise über der des Konkurrenten Allianz mit knapp fünf Prozent.
FRANKFURT (dpa-AFX)