05.12.2012 18:22
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Einigung über neue EADS-Eigentümerstruktur steht offenbar

Tauziehen beendet
Deutschland und Frankreich haben sich über die künftige Staatsbeteiligung beim Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS geeinigt.
Im Tauziehen um die Aktionärsstruktur von EADS haben sich Frankreich und Deutschland endlich geeinigt. Der Rüstungsriese kann sich etwas aus der festen Umklammerung der Staaten befreien. Deutsche und Franzosen halten künftig jeweils 12 Prozent an dem europäischen Konzern. Weitere 4 Prozent gehören Spanien. Damit liegt der Staatsanteil unter 30 Prozent. Der bisher geltende Aktionärspakt garantierte den drei beteiligten Nationen zusammen noch eine knappe Mehrheit der Anteile. Im ersten Halbjahr soll eine außerordentliche Hauptversammlung die neuen Regelungen absegnen.

EADS-Chef Tom Enders zeigte sich zwar erfreut über die Einigung - im Endeffekt dürfte er mit dem Ergebnis aber nicht zufrieden sein. Er wäre die Staaten am liebsten komplett losgeworden. Enders will ein Unternehmen nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten leiten und nicht nach politischen Befindlichkeiten. Nur so sieht er sich in der Lage, das volle Potenzial auszuschöpfen.

Die beteiligten Nationen können sich gegenwärtig aber keinen vollständigen Rückzug aus dem Konzern vorstellen. Sie befürchten den Verlust von Arbeitsplätzen und einen rückläufigen Einfluss bei der Produktion von Rüstungsgütern. Sie dürften auch weiterhin das Tagesgeschäft von EADS beeinflussen, indem sie Aufträge der Öffentlichen Hand im Rüstungsbereich vergeben.

Bisher hielten Frankreich und Deutschland direkt und indirekt jeweils 22,5 Prozent der Aktien. Weitere 5,5 Prozent waren im spanischen Besitz. Der den Franzosen zuzurechnende Anteil ergibt sich aus einer 15-prozentigen direkten Beteiligung des Staates und eines 7,5 prozentigen Anteils der heimischen Mediengruppe Lagadere. Deutschlands Stimmrechte nimmt bisher die Daimler AG wahr. Ihr gehören 15 Prozent der Aktien, die restlichen 7,5 Prozent liegen beim Bankenkonsortium Dedalus.

Nun ist geplant, dass Daimler und Lagadere ihre Beteiligungen weitgehend reduzieren und EADS rund 15 Prozent eigene Aktien zurückkauft.

Die Entscheidung dürfte Daimler und Lagardere erfreuen - sie können nun einfacher als zuvor ihre Aktienpakete abstoßen. Zumindest Daimler sitzt schon lange in den Startlöchern. Lagadere zögerte indes immer mal wieder. Auch Teile des Bankenkonsortiums Dedalus will Anteile losschlagen.

Das politische Gerangel um EADS findet schon seit vielen Jahren statt. In der jüngsten Vergangenheit war die Brisanz aber gestiegen. So scheiterte der Konzern vor allem wegen des Widerstands Deutschlands mit seinem Plan, mit der britischen BAE Systems zu fusionieren. Hauptstreitpunkt waren Bedenken über den hohen staatlichen Einfluss. Seither wird an einer Neuaufstellung des Aktionärsbündnisses gearbeitet.

Kontakt zur Autorin: kirsten.bienk@dowjones.com DJG/kib/bam/kla (END) Dow Jones Newswires December 05, 2012 12:19 ET (17:19 GMT) Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 19 PM EST 12-05-12 Von Kirsten Bienk und Barbara Millner

Bildquellen: EADS, Maxene Huiyu / Shutterstock.com
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