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26.04.2011 12:00

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TECHNOLOGIE-AKTIE

3M - Kandidat für Buffetts Liste

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3M - Kandidat für Buffetts Liste
Der Technologiekonzern 3M ist bei Innovationen Amerikas Nummer 3. Warum das Unternehmen trotzdem unterschätzt wird und die Aktie gut ins Portfolio von Berkshire Hathaway passen würde.

von Klaus Schachinger, €uro am Sonntag

Neuss ist nicht Gotham City. Doch das dort ansässige Entwicklungszentrum von 3M wäre eine gute Ergänzung im globalen Netz von Wayne Enterprises – jenem geheimnisumwitterten Konzern, dessen Ingenieure unter Leitung von Morgan Freeman alias Forschungschef Lucius Fox Batman im Kampf gegen das Böse mit speziell beschichteten Anzügen und allerlei nützlichen Utensilien versorgen.

Auch in Neuss sind die 350 Forscher aus 15 Nationen Experten auf den Gebieten Materialwissenschaft, Oberflächenbeschichtung und Spe­zialchemie. Jährlich werden dort im Auftrag von Industriekunden aus dem Automobil- und Maschinenbau oder für Solar- und Windkraftzulieferer rund 100 neue Produkte entwickelt. 7000 Kunden gaben sich 2010 in Neuss die Klinke in die Hand.

Dennoch sind die Technologien von 3M, ähnlich wie bei Wayne Enter­prises, der Öffentlichkeit kaum bekannt. Das Image der 1902 als Minnesota Mining & Manufacturing gegründeten Firma ist blass – obwohl der Konzern in einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Booz Allen hinter den Börsenstars Apple und Google jüngst zu Amerikas drittinnovativstem Konzern gewählt wurde.

Kanariengelbe Post-its, Fusselroller und das Schottenmuster der Klebebandmarke Scotch, mehr fällt den meisten zu 3M nicht ein. „Zu Apple und Google kann jeder etwas sagen, weil er die Produkte kennt. Bei 3M sind es eben nur die Leute aus verschiedenen Industrien, die uns seit 30 Jahren kennen. Sie kennen uns meistens aber auch nur in einem bestimmten Segment“, sagt Deutschland-Chef Günter Greßler.


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Um nah dran zu sein an der innovativen deutschen Industrie, hat 3M seinen zweitgrößten Forschungsstandort in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Rheinmetropolen Köln und Düsseldorf errichtet. Dort werden Folien entwickelt, die den Kor­rosionsschutz bei Windkraftanlagen erhöhen, Klebstoffe und Technologien, mit denen die Herstellungszeit von Rotorblättern halbiert werden kann. Auch die Spiegelfolie für die Solaranlagen des Wüstenprojekts Desertec, die im Vergleich zu Glasspiegeln leichter, bruchstabiler und reflexionsstärker sind, stammt aus der Denkfabrik in Neuss. „Wir suchen Nischen mit sechs bis sieben Prozent Wachstum in Märkten, die nur drei Prozent zulegen“, erklärt Vorstandschef George Buckley die Erfolgsstrategie des breit aufgestellten Konzerns. Mit einer Offensive neuer Produkte, deren Anteil am Umsatz bis 2015 von 31 auf 40 Prozent steigen soll, will 3M das jährliche Wachstum auf sieben bis acht Prozent steigern. Schwellenländer, wo die Margen neun Prozentpunkte höher sind als im Konzerndurchschnitt, steuern ein Drittel zum Umsatz bei.

Steigende Rohstoffkosten, der größte Belastungsfaktor, sollen durch höhere Preise ausgeglichen werden. In Deutschland sind Erhöhungen von „vier bis neun Prozent“ geplant. In Extremfällen sei man auch zu „Steigerungen im zweistelligen Bereich“ bereit, sagt Greßler.

3M glänzt durch nachhaltige ­Gewinnsteigerungen und eine hohe operative Marge von 22 Prozent. Die Verschuldung ist mit 35 Prozent der Bilanzsumme deutlich niedriger als bei vergleichbaren Unternehmen wie General Electric (GE) und Honeywell. Die Kapitalrendite war im fünfjährigen Durchschnitt mit 32 Prozent exakt doppelt so hoch wie bei GE und um Längen besser als bei Honeywell (19 Prozent). Zudem erhöht der Konzern aus Minnesota seit mehr als 50 Jahren in Folge die Dividende.

Der Konzern hat ein bewährtes Management und leicht verständ­liche Technologien. 3M würde deshalb nicht nur gut zu Wayne Industries, sondern auch zu Berkshire ­Hathaway passen. Hauptaktionär, Vorstandschef und Investmentguru Warren Buffett sucht bekanntlich nach amerikanischen Unternehmen, die langfristig hohe Renditen abwerfen. Im wirklichen Leben.

Investor-Info

3M
Das Unternehmen

3M-Chef George Buckley fördert die Daniel-Düsentrieb-Kultur und lässt Forschern große Freiheiten, „auch wenn jemand sagt: Obwohl es ein großer Gedanke ist, weiß ich nicht, ob es funktionieren wird.“ Buckley und Technologiechef Fred Palensky sind selbst Forscher und halten jeweils mehr als zehn Patente. Ein Drittel der 26,7 Milliarden Dollar Umsatz macht das Unternehmen mit Produkten für das Transportgewerbe und für Industriekunden, 20 Prozent im Gesundheitssektor und 15 Prozent im „Post-it-Segment“ Büromaterial und Konsumartikel.

Die Aktie
Die Sorge um einen Margenrückgang durch steigende Rohstoffkosten ist groß. Die Aktie hängt deshalb im Seitwärtstrend fest. Noch. Denn als Nischenanbieter dürfte 3M höhere Preise durchsetzen können. Die Hälfte der neuen Produkte wird außerhalb Amerikas ent­wickelt. Schwellenländer steuern ein Drittel zum Umsatz bei, was die Aussicht auf ein zweistel­liges Gewinnplus nährt.

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