20.12.2012 10:12

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TEILSCHULDENERLASS GEFORDERT

IWF will Rettungspaket für Zypern nicht mittragen


Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist offenbar nicht dazu bereit, das geplante Hilfspaket der Euro-Länder für Zypern in der bisher diskutierten Form mitzutragen.

Wie die Süddeutschen Zeitung unter Berufung auf Verhandlungskreisen berichtet, verlangt der IWF einen Teilerlass der zyprischen Staatsschulden. Anderenfalls werde das Land auch nach Abschluss aller Reformen nicht in der Lage sein, seine Zinslast zu tragen. Auch einige Euro-Länder befürworten einen Schuldenschnitt, andere hingegen verweisen darauf, dass man beim erzwungenen Forderungsverzicht der privaten Banken gegenüber Griechenland stets betont habe, dass es bei diesem Einzelfall bleiben werde. Breche man dieses Versprechen nun, werde die gesamte Euro-Zone erneut an Vertrauen und damit an Kreditwürdigkeit verlieren.

   Derzeit ist noch völlig offen, wie das Problem gelöst werden soll - zumal es nur eines unter vielen ist. Für Länder wie die Niederlande und Deutschland kommt eine Lösung ohne den IWF praktisch nicht in Betracht, da etwa Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Mitwirken des Fonds bei Hilfsprogrammen immer als essenziell bezeichnet hatte. Als eine denkbare Lösung gilt, dass Russland fünf Milliarden Euro an den IWF überweist, der das Geld seinerseits nach Nikosia weiter reicht. Damit bliebe der Fonds formal an Bord, müsste aber kein eigenes Geld in die Hand nehmen. Russische Bürger haben riesige Guthaben auf zyprischen Konten geparkt. In diesem Zusammenhang waren in der Vergangenheit immer wieder Vorwürfe der Steuerflucht und der Geldwäsche laut geworden, die bisher aber nicht bewiesen wurden.

   Das drittkleinste Mitgliedsland der Währungsunion benötigt Hilfe in Höhe von gut 17 Milliarden Euro, wovon mehr als zehn Milliarden in den völlig überdimensionierten Bankensektor des Landes fließen sollen. Die 17 Milliarden Euro entsprechen fast exakt dem jährlichen Bruttoinlandsprodukt des Landes. Das Hilfspaket wäre damit gemessen an der Wirtschaftsleistung das größte, dass die Euro-Staaten je geschnürt haben. "Die Lage in Zypern ist wesentlich dramatischer als die in Griechenland", sagt ein hoher EU-Beamter.

Dow Jones Newswires

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Kommentare zu diesem Artikel

Schneewittchen007 schrieb:
20.12.2012 19:27:53

Easy way out of the Schlamassel: Christofias konfisziert die russischen unversteuerten Petrodollar zum Stopfen seiner Haushaltslöcher. Putin hatte damals Yukos kalt enteignet und Chodorkowski bis heute unschuldig eingelocht, warum nicht das gleiche Spiel umgekehrt spielen? Trifft doch keine Armen.

Motzer schrieb:
20.12.2012 18:00:15

Bitte lasst Zypern und seine Banken pleite gehen!

Auch wenn es kurz rumpeln wird: Dieser Präzedenzfall wäre ein Signal an marode Länder/Banken, endlich solide zu wirtschaften.

vit78 schrieb:
20.12.2012 10:56:17

ist absolut verständlich das IWF nicht mitspielt, der Zypern sollte zuerst klar stellen warum hier eine Steueroase für Russland Oligarchen geworden, denn ausgerechnet Russland hatte letzes Jahr etwa 5 Mlrd. EUR zinsfreies Kreidt gewährt, warum wohl, und wo das Geld geblieben ist ???

DiBoFfm schrieb:
20.12.2012 09:31:58

Das wäre das erstemal, dass wir mit deutschem Steuergeld Steuerhinterziehung und Geldwäsche aktiv unterstützen.
Die bereits geplanten Steuererhöhungen werden nicht ausreichen.

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