Von HERBERT RUDE
Die Kurse an den europäischen Aktienmärkten sind mit Abgaben im späten Geschäft ins Minus gerutscht. Der Dax verlor 0,7 Prozent oder 49 auf 7.232 Punkte, und der Euro-Stoxx-50 verlor 0,7 Prozent auf 2.469 Punkte. Damit gaben die Indizes die Gewinne vom Donnerstag zum großen Teil ab. "Der Markt steckt fest zwischen den Zentralbanken und den Nachrichten aus der Wirtschaft", meinen die Anlagestrategen von Silvia Quandt Research. Auf der einen Seite stütze die von den Notenbanken in die Märkte gepumpte hohe Liquidität die Stimmung. Auf der anderen Seite seien aber die Aussichten für die Unternehmensgewinne wegen der schwächeren Konjunkturprognosen unsicher.
Unter Druck standen die Titel aus dem Telekom-Sektor, der Stoxx-Branchen-Index fiel um 1,2 Prozent. Die Papiere der Deutschen Telekom gaben die Gewinne vom Donnerstag mit einem Minus von 2,1 Prozent auf 9,16 Euro wieder ab. Die mögliche Übernahme von Sprint Nextel durch Softbank wird nun negativer für Deutsche Telekom gesehen. "Sollte die Übernahme klappen und der neue Konzern für MetroPCS bieten, würde T-Mobile USA isoliert da stehen", sagte Heino Ruland von Ruland Research. Deutliche Abschläge verzeichneten mit einem Minus von knapp 2 Prozent auch die Papiere von Vodafone. Die Aktien von France Telecom und Telecom Italia gaben um etwa ein Prozent nach.
Ins Plus gedreht ist dagegen der Branchen-Index der europäischen Technologietitel, der um 0,2 Prozent stieg. Die Aktien der Software AG machten einen Satz um knapp 12 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat überraschend Quartalszahlen vorgelegt, und sowohl der Betriebsgewinn als auch die Lizenzumsätze haben die Erwartungen übertroffen. Die Analysten der DZ Bank haben ihre Kaufempfehlung daraufhin bekräftigt. Auch die Kurse von STMicro und Alcatel Lucent legten kräftig zu.
Der Stoxx-Banken-Index hat wiederum seine Gewinne aus dem frühen Geschäft abgegeben und mit einem Minus von 0,5 Prozent leichter geschlossen. Belastet wurde er von negativen Vorlagen von den US-Branchentiteln. Am US-Markt sind die Kurse von J.P. Morgan und Wells Fargo nach ihren Quartalszahlen deutlich gefallen. Die negativen Vorlagen machten positive Impulse von einer Studie der Deutschen Bank zunichte, die Analysten haben den Bankensektor auf "Übergewichten" hochgestuft. Auch Versicherungsaktien haben sie auf "Übergewichten" angehoben, der Index der Versicherer konnte ein hauchdünnes Plus über die Ziellinie retten.
Am deutschen Markt konnte sich die Aktie von Daimler mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 38,04 Euro knapp behaupten. Der endgültige Ausstieg des Großaktionärs Abu Dhabi wurde positiv gewertet. "Damit ist der Aktienüberhang weg und die ständigen Platzierungs-Gerüchte hören nach dieser Vollzugsmeldung auf", sagte ein Händler. Wie Daimler am Vorabend mitteilte, hat der Staatsfonds Aabar aus Abu Dhabi nun auch seine letzten rund 3 Prozent verkauft. Der Ausstieg war seit längerem erwartet worden.
Das geplante Sparprogramm von Siemens setzte die Aktie noch etwas unter Druck, sie verlor 1,1 Prozent auf 76,19 Euro. "Nach der Gewinnwarnung im Juni hatten Investoren so etwas dringend erwartet", sagte ein Händler: "Allerdings waren die Erwartungen hoch und konkrete Zielgrößen wurden noch nicht genannt", ergänzte er. Details sollen erst mit den Zahlen am 8. November bekannt gegeben werden. Schwächste Aktie mit einem Abschlag von 4,4 Prozent auf 60,21 Euro waren allerdings Lanxess. Die Credit Suisse hat Lanxess auf "Underperform" herabgestuft, Barclays hat sie auf "Equalweight" heruntergenommen.
Euro knapp unter Tageshoch
Der Euro näherte sich vorübergehend der Marke von 1,30 US-Dollar, derzeit wird er aber wieder deutlicher unter der runden Marke bei 1,2945 Dollar gehandelt. "Nachhaltig steigen wird der Euro erst, wenn Klarheit besteht, wie sich Spanien und Griechenland entwickeln", sagte Commerzbank-Devisenanalyst Lutz Karpowitz. "Die Unsicherheit über einen Spanien-Bailout stellt nach wie vor einen hohen Unsicherheitsfaktor für die Eurozone dar", sagte auch Kintai Cheung vom Credit Agricole. Der spanische Aktienindex IBEX verlor knapp 1,1 Prozent.
Europäische Schlussbörsen vom Freitag, 12. Oktober
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. Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
. stand absolut in % seit
. Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2469,09 -17,99 -0,7% 6,6
. Stoxx-50 2526,03 -11,47 -0,5% 6,6
. Stoxx-600 269,43 -1,41 -0,5% 10,2
Frankfurt XETRA-DAX 7232,49 -49,21 -0,7% 22,6
London FTSE-100 5793,32 -36,43 -0,6% 4,0
Paris CAC-40 3389,08 -24,64 -0,7% 7,3
Amsterdam AEX 327,95 -1,60 -0,5% 5,0
Athen ATHEX-20 300,51 9,60 +3,3% 13,4
Brüssel BEL-20 2366,80 -10,22 -0,4% 13,6
Budapest BUX 19134,16 -14,91 -0,1% 12,7
Helsinki OMXH-25 2033,29 -15,38 -0,8% 4,7
Istanbul ISE NAT. 30 86070,24 -75,58 -0,1% 39,5
Kopenhagen OMXC-20 491,41 -3,80 -0,8% 26,0
Lissabon PSI 20 5376,64 -16,12 -0,3% -2,4
Madrid IBEX-35 7734,70 -82,30 -1,1% -10,7
Mailand FTSE-MIB 15511,94 -122,51 -0,8% 2,8
Moskau RTS 1478,31 -10,36 -0,7% 7,0
Oslo OBX 417,86 -2,06 -0,5% 16,9
Prag PX 985,94 0,25 +0,0% 8,2
Stockholm OMXS-30 1058,70 -6,65 -0,6% 7,2
Warschau WIG-20 2375,91 -18,30 -0,8% 10,8
Wien ATX 2150,12 22,09 -0,5% 13,7
Zürich SMI 6655,20 1,18 +0,0% 12,1
DEVISEN zuletzt '+/- % Fr, 8.14 Uhr Do, 17.55 Uhr
EUR/USD 1,2945 0,07% 1,2936 1,2928
EUR/JPY 101,3690 -0,06% 101,4275 101,4345
EUR/CHF 1,2086 -0,04% 1,2091 1,2094
USD/JPY 78,3460 -0,08% 78,4050 78,4410
GBP/USD 1,6074 0,23% 1,6038 1,6027
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October 12, 2012 12:28 ET (16:28 GMT)
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