EMFIS.COM - Tokio 17.05.2011 Die japanische Regierung steht auf dem Standpunkt, dass die Gläubigerbanken des Stromversorgers Tokyo Electric Power die Lasten mittragen sollen, die durch die Nuklearkatastrophe in Fukushima entstanden sind. Dies meldete heute der Finanzdienst „Bloomberg“. Demnach habe Japans Finanzminister Yoshihiko Noda erklärt, dass alle Gläubiger kooperieren müssten, um die Belastungen für die Öffentlichkeit so gering wie möglich zu halten. Dies sei die Prämisse, unter der Tepco und die Gläubigerbanken weiter verhandeln sollten.
Immense Kreditvergabe nach Fukushima Die japanische Regierung hat bereits Pläne für einen Fonds ausgearbeitet, mit dessen Hilfe Schadensersatzforderungen aus der Fukushima-Havarie beglichen und für künftige Unfälle vorgesorgt werden soll (EMFIS berichtete). Bisher ist noch nicht völlig geklärt, ob die auch die kreditgebenden Banken auf Forderungen gegenüber Tepco verzichten müssen, damit der Stromriese in den Genuss staatlicher Hilfeleistungen kommen kann. Laut „Bloomberg“ hatten die Banken an den Versorger im vergangenen Jahr Kredite in Höhe von 1,47 Billionen
Yen (rund 18,4 Milliarden Dollar) vergeben. Unmittelbar nach dem Atomunglück seien dann durch Mitsubishi UFJ, die Sumitomo Financial Group und Mizuho Financial weitere Darlehen im Umfang von 2 Billionen Yen an Tepco ausgereicht worden.
An der
Börse Tokio rutschte die
Aktie von Tokyo Electric Power heute um 9,5 Prozent auf 380 Yen ab. Mizuho Financial gaben weitere 0,8 Prozent auf 127 Yen ab; Sumitomo Mitsui fielen um 0,8 Prozent auf 2381 Yen; Mitsubishi UFJ schlossen unverändert bei 377 Yen.