Von NICO SCHMIDT und PHILIPP GRONTZKI
FRANKFURT—Europas größter Technologiekonzern Siemens schlägt angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation merklich vorsichtigere Töne an. Die im November gesteckten Ziele zu Umsatz und Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr werden jedenfalls wohl kein Selbstläufer.
„Die Prognose ist sehr ambitioniert", sagte Finanzchef Joe Kaeser in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit dem Wall Street Journal Deutschland. „Der Gegenwind ist rauer geworden. Seit der Veröffentlichung (des Ausblicks) im November ist es bestimmt nicht einfacher geworden, unsere Ziele zu erreichen", erklärte der 54-Jährige.
Die Siemens-Aktie startete nach den Aussagen des Finanzchefs am Morgen mit einem Minus von 1,7 Prozent in den Handel. Man dürfe die Aussagen nicht überbewerten, sagte allerdings Analyst Heino Ruland.
Siemens hat in den vergangenen Monaten auch mit Blick auf die Euro-Schuldenkrise mehrfach vor turbulenten Zeiten und zunehmender Investitionszurückhaltung gewarnt. Trotzdem wollen die Münchener ihre Einnahmen im Geschäftsjahr 2011/12 moderat steigern – dank eines Rekordauftragsbestandes von 96 Milliarden Euro per Ende September. Konzernchef Peter Löscher hatte im November bis zu 5% Umsatzwachstum in Aussicht gestellt.
Beim Ergebnis aus dem fortgeführten Geschäft rechnet Siemens bis Ende September mit einem konstanten Gewinn von etwa 6 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte Siemens rund 7 Milliarden Euro verdient, dabei aber von einem gut eine Milliarde schweren Einmalertrag profitiert...
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Bildquellen: Siemens press picture