Was passiert, wenn Europas Herz versagt?

Wichtige Vordenker in Europa fürchten ein Herzversagen der Eurozone. In der Frühphase der Staatsschuldenkrise hatten viele noch diese Möglichkeiten heruntergespielt. Sie sahen die Krise als temporäres Phänomen, das wenig bis gar keine langfristigen geopolitischen Auswirkungen haben würde. Doch jetzt zieht sich das Elend schon so lange hin, das weitgehende Umwälzungen unvermeidlich erscheinen.
Große Teile der Währungsunion leiden unter sinkendem Wachstum, einige stecken in der Rezession. Die Zweifel wachsen, ob die Europäische Union diese Spannungen verkraften kann. Doch schon jetzt sind der zögerliche Kurs der EU und das Geschachere der Politiker weitere Beweise dafür, dass Europa in der Welt an Einfluss verliert.
In der außenpolitischen Fachzeitschrift Survival diagnostiziert François Heisbourg, Sonderberater des Pariser Thinktanks FRS, „Herzversagen" als Ursache des Zusammenbruchs von Nationenbünden. Darunter versteht er die mangelnde Bereitschaft eines Zentrums, sich mit den Problemen der Peripherie auseinander zu setzen. Das führe langfristig zum Tod.
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