Das Bundeskartellamt hat am Donnerstag die Geschäftsräume von
ThyssenKrupp Steel Europe durchsucht, wie das Unternehmen mitteilte. Es gehe dabei um Absprachen im Zusammenhang mit Stahllieferungen für die Automobilindustrie in Deutschland.
Weitere Details wollte ThyssenKrupp mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht nennen. Das Unternehmen arbeite aber mit den Behörden zusammen. Konzernchef Heinrich Hiesinger machte deutlich, dass die verantwortlichen Manager nicht mit Milde rechnen können. "Sollten die veranlassten Untersuchungen ergeben, dass sich die Vorwürfe erhärten, werden wir hart durchgreifen", so Hiesinger. Thyssen sei dabei, einen umfassenden Wandel in der Führungskultur umzusetzen, fügte Hiesinger hinzu: "Damit ist es mir sehr ernst. Wer hier nicht mitzieht, hat bei uns nichts zu suchen."
ThyssenKrupp war in den vergangenen Monaten wegen seiner Beteiligung an einem anderen Kartell auf dem Schienenmarkt in die Kritik geraten. Wegen illegaler Absprachen wurden gegen Thyssen und die weiteren Mitglieder des Schienenkartells im Juli vergangenen Jahres Geldbußen von insgesamt 124,5 Millionen Euro verhängt. Zudem hat die Deutsche Bahn den Konzern auf Schadenssersatz verklagt. Medienberichten zufolge fordert die Bahn eine Dreiviertel Milliarde Euro.
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Bildquellen: ThyssenKrupp AG