04.02.2013 17:49
Bewerten  
 (13)
0 Kommentare
Senden

Commerzbank-Aktie stürzt nach schwerem Verlust ab

Tiefrote Zahlen
Die Commerzbank ist zum Jahresende tief in die roten Zahlen gerutscht. Auch für den Jahresauftakt rechnet das Institut mit hohen Belastungen von 500 Millionen Euro.
Die teilverstaatlichte Commerzbank kommt noch schwerer voran als gedacht. Abschreibungen sorgten für einen überraschend hohen Verlust von 720 Millionen Euro im Schlussquartal des Vorjahres, und auch im ersten Quartal rechnet Deutschlands zweitgrößte Bank mit hohen Belastungen. Der Bank machen Steueransprüche und Kosten für den Umbau zu schaffen, allen voran der geplant Abbau von bis zu 6.000 Stellen.

Für tiefrote Zahlen im vierten Quartal sorgten insbesondere geringer erwartete Steuerentlastungen, die zu Abschreibungen von 560 Millionen Euro führten, sowie Wertberichtigungen aus dem Verkauf der Ukrainischen Bank Forum in Höhe von 185 Millionen Euro. Im Gesamtjahr liefen damit Abschreibungen von fast einer Milliarde Euro auf, so dass unter dem Strich nur ein magerer Gewinn von 6 Millionen Euro übrigblieb. Im Vorjahr hatte die Bank immerhin noch 638 Millionen Euro verdient.

Ursprünglich hatte die Commerzbank mittelfristig mit höheren Gewinnen gerechnet. Weil nach ihrer revidierten Planung die Gewinne der kommenden Jahre jetzt niedriger ausfallen werden als ursprünglich gedacht, kann die Bank Verlustvorträge aus den Milliardenverluste vergangener Jahre nicht in dem erwarteten Umfang ausschöpfen.

GEWINN FÜR 2012

2012 hat die Bank mit Ach und Krach gerade noch die Gewinnzone erreicht. Einen Mini-Überschuss von 6 (Vorjahr: 638) Millionen Euro erwartet der Konzern nach vorläufigen Zahlen.

Auch ins neue Jahr startet die Bank mit einer Hypothek: Insgesamt rechnet sie allein im ersten Quartal mit einer halben Milliarde Euro an Kosten für den geplanten massiven Stellenabbau in der Bank. Bis zu 6.000 Stellen will die Commerzbank bis zum Jahr 2016 abbauen, nachdem die Bank schon einmal 9.000 Stellen im Zuge der Dresdner Bank-Übernahme gestrichen hatte. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über den neuerlichen Kahlschlag laufen im Februar an.

Der erhoffte Schwung lässt damit noch auf sich warten. Ein Trost: Mit ihren Problemen steht die Commerzbank nicht allein. Auch Branchenprimus Deutsche Bank schockierte in der vergangenen Woche mit einem Milliardenverlust. Die Probleme bei Deutschlands größter Bank sind allerdings anders gelagert. Das Institut hat insbesondere mit Milliardenkosten für Prozesse zu kämpfen.

Die Commerzbank hat selbst schwere hausgemachte Probleme. So wickelt sie derzeit kostspielig ihr Geschäft mit der Staatsfinanzierung ab. Auch aus der Schiffsfinanzierung zieht sich die Bank zurück. Das Institut hat in der Krise insgesamt zu oft auf die falschen Pferde gesetzt. Auch die Übernahme der Dresdner Bank hat bei weitem nicht die erhofften Ergebnisse erzielt.

Banken wie die Commerzbank kämpfen auch damit, dass seit Beginn der Finanzkrise die Bereitschaft der Bankkunden zu Geldanlagen gering geworden ist. Gerade im Privatkundengeschäft ist der Markt außerdem stark umkämpft. Das gilt in besonderem Maße in Deutschland, wo neben den Privatbanken auch die Sparkassen und genossenschaftliche Institute um Marktanteile kämpfen. Die Commerzbank reagiert und verkleinert ihr Filialnetz.

COMMERZBANK-AKTIEN AUF TALFAHRT

Analysten hatten für das vierte Quartal ein geringeres Minus von rund 560 Millionen Euro erwartet. Die detaillierten Geschäftszahlen zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr 2012 will die Bank wie geplant am 15. Februar veröffentlichen. In einem insgesamt schwachen Börsenumfeld ging die Aktie der Commerzbank am Montag auf Talfahrt: Am Handelsschluss war das Papier mit einem Minus von mehr als sechs Prozent Schlusslicht im Deutschen Aktienindex.
Mit Material von Dow Jones Newswires und dpa-AFX

Bildquellen: Commerzbank AG
Artikel empfehlen?
  • Relevant
    2
  • Alle
    2
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?
Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen
Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen
vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden
Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

RSS Feed

Analysen zu Commerzbank

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
24.07.2014Commerzbank HaltenBankhaus Lampe KG
17.07.2014Commerzbank NeutralNomura
16.07.2014Commerzbank SellWarburg Research
10.07.2014Commerzbank ReduceKelper Cheuvreux
09.07.2014Commerzbank HaltenIndependent Research GmbH
08.07.2014Commerzbank OutperformMacquarie Research
07.07.2014Commerzbank OutperformMacquarie Research
03.07.2014Commerzbank OutperformMacquarie Research
23.06.2014Commerzbank kaufenMorgan Stanley
19.05.2014Commerzbank buyMerrill Lynch & Co., Inc.
24.07.2014Commerzbank HaltenBankhaus Lampe KG
17.07.2014Commerzbank NeutralNomura
09.07.2014Commerzbank HaltenIndependent Research GmbH
24.06.2014Commerzbank NeutralGoldman Sachs Group Inc.
18.06.2014Commerzbank HoldS&P Capital IQ
16.07.2014Commerzbank SellWarburg Research
10.07.2014Commerzbank ReduceKelper Cheuvreux
18.06.2014Commerzbank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
08.05.2014Commerzbank ReduceKelper Cheuvreux
08.05.2014Commerzbank SellJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr
Für den Live-Chat können Sie sich mit Ihrem finanzen.net-, Facebook- oder Twitter Account anmelden. Um immer die neusten Beiträge zu sehen, stellen Sie bitte "Neuesten" ein.

Private Krankenversicherung Tarifvergleich

Anzeige




Die 5 beliebtesten Top-Rankings






Unsere siegreichen DFB-Kicker erhalten für ihren WM-Sieg die Rekord-Prämie von 300.000 Euro pro Mann. Halten sie dies für angenessen?