Zusätzliche Abschreibungen der australischen Tochter Leighton sowie Abfindungen für ausgeschiedene Vorstandsmitglieder sind der Grund dafür, wie der Essener Baukonzern
HOCHTIEF am Sonntagabend mitteilte. Den Nettoverlust erwartet Hochtief nun bei rund 160 Millionen Euro, rund 60 Millionen mehr als prognostiziert. Der Vorsteuerverlust fällt mit rund 130 Millionen Euro ebenfalls deutlich höher aus als der erwartete niedrige zweistellige Millionenbetrag.
Leighton hatte Mitte Januar Abschreibungen für die Tochtergesellschaft in Dubai und für die Betreibergesellschaft BrisConnections gemeldet, die das Hochtief-Ergebnis vor Steuern mit umgerechnet 89 Millionen Euro belasteten. Zuvor hatte sich Leighton bereits mit zwei Großprojekten verhoben.
Zudem stieg der Gesamtbetrag für Aufwendungen durch ausgeübte Sonderkündigungsrechte ehemaliger Vorstandsmitglieder aufgrund der mehrheitlichen Übernahme durch den spanischen Baukonzern ACS im Schlussquartal um etwa 19 Millionen auf rund 35 Millionen Euro.
Im vierten Quartal belasteten zudem wie erwartet Wertberichtigungen auf Mautstraßenprojekte in Griechenland und Chile mit rund 89 Millionen Euro.
Hochtief zeigte sich selbst zuversichtlich, alle "Altlasten" verarbeitet zu haben. Den Auftragsbestand bezifferte Hochtief per Ende Dezember 2011 auf etwa 48 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern ein operatives Ergebnis leicht unter dem des Rekordjahres 2010.
ESSEN (Dow Jones)