von Petra Maier, €uro am Sonntag
Von der Entscheidung der US-Arzneimittelbehörde (FDA) hängt alles ab. Wird ein neues Medikament durch die FDA zugelassen, steht der gigantische amerikanische Pharmamarkt offen.
So wie jetzt für Bayer. Die Leverkusener haben die für den Vertrieb in den USA notwendige FDA-Zulassung für den Gerinnungshemmer Xarelto erhalten. Die Europa-Zulassung für das Mittels zur Schlaganfall-Prophylaxe dürfte folgen. Eine positive Empfehlung hat die europäische Arzneimittelbehörde bereits ausgesprochen. Den Markt für Blutverdünner, in den Bayer zusammen mit Kooperationspartner Johnson & Johnson vordringt, schätzen Experten auf mehr als zehn Milliarden Dollar. Jährlich erleiden 15 Millionen Menschen einen Schlaganfall. Rund drei Millionen leiden unter Vorhofflimmern, was das Schlaganfallrisiko um das Fünffache erhöht. Für diese Patienten ist zur Vorbeugung ein Blut verdünnendes Medikament wie Xarelto geeignet.
Die Zulassung von Xarelto könnte der Beginn einer Entwicklung sein, die deutlich höhere Notierungen rechtfertigt. So wird Xarelto für weitere Indikationen getestet. Durch die jetzt erfolgte Zulassung ist der Markteintritt bei anderen Anwendungen billiger und leichter.
Die Pipeline ist mit weiteren Präparaten, beispielsweise Alpharadin gegen Prostatakrebs und Eylea gegen altersbedingte Macula-Degeneration, gut gefüllt. An dieser Augenkrankheit leiden weltweit schätzungsweise 25 bis 30 Millionen Menschen. Beiden Medikamenten bescheinigen die Analysten der Unicredit Blockbuster-Qualitäten, also Potenzial für mehr als eine Milliarde Euro Umsatz.

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Bayer hat sich in den vergangenen Jahren von einem stark zyklischen Wert hin zu einem defensiven Titel gewandelt. Rund 80 Prozent seiner Betriebsergebnisse erzielt Bayer heute mit den stabilen Sparten Gesundheit und Pflanzenschutz. Aber auch das zyklische Geschäft mit Kunststoffen warf in der zurückliegenden Rezession Gewinne ab.
Mit der Zulassung der neuen Präparate wird der defensive Teil des Geschäfts zunehmen. Gewinnsteigerungen gegen den negativen Trend der Weltwirtschaft machen die Aktie in der aktuellen Börsenphase interessant. Optionsscheinanleger können mit einem guten Chance-Risiko-Verhältnis auf weitere Kurssteigerungen bei Bayer setzen.
Ein Knock-out-Call der UBS hebelt Kurssteigerungen um den Faktor 5. Erreicht die Aktie das Kursziel der Unicredit-Analysten von 62 Euro, würde der Schein auf 2,30 Euro zulegen. Wegen der Gefahr von Marktturbulenzen ist ein Stoppkurs allerdings unerlässlich.
Knock-out-Call auf Bayer
Emittent UBS
ISIN DE 000 UU0 SZ3 4
Laufzeit endlos
Bezugsverhältnis 0,1
Basispreis variabel 37,18 €
Knock-out-Schwelle variabel 37,18 €
Hebel 4,99
Aufgeld in % 0,51
Produktname Open-End-Turbo-Call Warrant