von Tobias Meister und Karen Szola, Euro am Sonntag
Meistens ist United-Internet-Chef Ralph Dommermuth der Konkurrenz einen Schritt voraus. Der Gründer des Internetkonzerns schreckt dabei auch vor großen Investitionen nicht zurück. Und mittlerweile kann er es sich erlauben, große Summen für Innovationen aus dem operativen Geschäft abzuzweigen, ohne dass Banken oder Investoren mahnend den Zeigefinger erheben. Dass seine Strategie aufgeht, lässt sich an den Halbjahreszahlen ablesen.
In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres steigerte der TecDAX-Konzern den Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 14,1 Prozent auf 930,8 Millionen Euro. Der operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verbesserte sich um 5,1 Prozent auf 182 Millionen Euro. Unterm Strich musste die Gesellschaft mit Sitz in Montabaur aber mit einem Gewinnrückgang leben. Nach einem Gewinn von 36 Cent je Anteilsschein im Vorjahreszeitraum blieb diesmal nur ein Gewinn von 34 Cent hängen. Grund für den Rückgang waren Abschreibungen in Höhe von fast elf Millionen Euro nach der Übernahme des Freenet-DSL-Geschäfts.
Insgesamt lag das Ergebnis genau im Rahmen der Analystenerwartungen. Auch der Ausblick, im Gesamtjahr einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro zu erwirtschaften, sorgte für keine Überraschung. Offenbar ist beim DSL-Geschäft mit einem Bestand von 3,31 Millionen Kunden ein gewisser Sättigungsgrad erreicht. In den vergangenen zwölf Monaten stagnierte die Anzahl der User auf hohem Niveau. Um Umsatz und Gewinn pro Kunde nachhaltig zu steigern, ist Dommermuth zunächst bereit, viel Geld zu investieren. Im laufenden Geschäftsjahr sollen rund 50 Millionen Euro in neue Dienste wie das mobile Internet gepumpt werden.
United Internet: 12-Monats-Chart.
Seit Anfang Juli ist United Internet auch als Mobilfunkanbieter auf dem deutschen Markt aktiv und macht den etablierten Playern das Leben mit Kampfpreisen schwer. Das Unternehmen nutzt das Vodafone-Netz und kauft auf eigenes Risiko Minuten- und Datenkontingente ein. Mit dem All-Net-Flat-Tarif liegen die Hessen deutlich unter den Angeboten der Konkurrenz. Doch trotz der hohen Investitionen rechnet Dommermuth für das Gesamtjahr 2010 mit einem operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau.
Auch unter charttechnischem Aspekt hat sich bei United Internet einiges getan. Nachdem die Aktie nach dem Jahreshoch bei 12,43 Euro vom April bis Anfang Juli massiv in die Knie ging und auf nur noch 8,60 Euro notierte, hat sich mittlerweile ein schöner Aufwärtstrend gebildet. Am gestrigen Mittwoch gelang dann sogar die Zurückeroberung der 200-Tage-Linie. Zwar kann es aufgrund der überkauften Trading-Indikatoren nochmals zu einem Rücksetzer bis zum Unterstützungsbereich bei rund 9,50 Euro kommen, dies sollte aber dem positiven Gesamtbild und der zu erwartenden Aufwärtstrendfortsetzung keinen Abbruch tun.

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Anleger, die von einer weiteren Kurserholung bei United Internet überzeugt sind, können ebenso mit einem Call-Optionsschein partizipieren. Als Hebelprodukt dient ein Optionsschein von HSBC Trinkhaus. Auf Basis der aktuellen Marktdaten verfügt das Papier bei einer Laufzeit bis zum 10. März 2011 und einem Basispreis von 10,00 Euro über eine Hebelwirkung von 9,0.
WKN: TB8JL1 / ISIN: DE000TB8JL19
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