04.02.2013 12:33
Bewerten
 (0)

Trennbankengesetz betrifft ein Dutzend Banken - Aufsichtskreise

   Von Madeleine Nissen und Andreas Kissler

   FRANKFURT--Die Bundesregierung will gegen hohe Risiken in den Bankenbilanzen rigoroser vorgehen als bislang erwartet. Nicht nur die Deutsche Bank wird sich darauf einstellen müssen, dass sie unter ein Trennbankengesetz fallen wird, mit dem eine Abspaltung risikobehafteter Geschäfte zwangsweise durchgesetzt werden kann.

   Eine Person aus Aufsichtskreisen sagte zum Wall Street Journal Deutschland, es könnten rund ein Dutzend Banken betroffen sein. Ein hochrangiger Beamter des Bundesfinanzministeriums sagte am Montag: "Das Gesetz wird für mehr als drei Institute anwendbar sein." Die Banken sollen nach den Plänen aber nicht verpflichtet sein, riskante Geschäfte möglicherweise zu hohen Kosten abtrennen zu müssen. Sie hätten auch die Möglichkeit, das Geschäft einzustellen.

   Am Mittwoch soll das Gesetz zur Abschirmung von Risiken und zur Planung und Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten vom Regierungskabinett beschlossen werden. Deutschland und Frankreich wollen auf europäischer Ebene Druck machen, die Risiken im Bankensektor zu verringern. Schon 2014, nachdem die strengeren Vereinbarungen zur Kapitalausstattung nach "Basel III" in europäisches Recht umgesetzt sind, sollen nach dem Willen der Bundesregierung auch Regeln für Trennbanken in Kraft treten.

   Eine Abtrennung des Risikogeschäftes soll demnach geprüft werden, wenn die Risikopositionen 100 Milliarden Euro oder 20 Prozent der Bilanzsumme des Kreditinstituts übersteigen. Laut dem Beamten des Finanzministeriums sollen Banken betroffen sein, deren Bilanzsumme mindestens 90 Milliarden Euro beträgt. Damit konzentriert "es sich auf die großen Institute".

   Fällt ein Institut unter die Kriterien, soll im Einzelfall von der Bankenaufsicht geprüft und entschieden werden, ob eine Abtrennung der Risiken mit Blick auf die gesamte Finanzindustrie nötig ist. "Die BaFin erhält im Einzelfall die Möglichkeit, eine Abtrennung vorzunehmen", hieß es aus Regierungskreisen. Eine Abtrennung soll laut dem Gesetzentwurf bis zum Juli 2015 erfolgen.

   Banken wie die Deutsche Bank haben längst ihren Eigenhandel eingestellt, um die eigenen Risiken zu senken. Eine Einführung des Trennbanken-Systems würde die größte deutsche Geschäftsbank aber aller Voraussicht nach trotzdem betreffen. In dem Gesetzentwurf heißt es, Einlagen von Bürgern sollten nicht länger dazu genutzt werden können, spekulative Hochrisikostrategien auf eigene Rechnung ohne die unter Marktbedingungen angemessene Risikoprämie auf Fremdkapital zu finanzieren.

   Entscheidet die BaFin sich zur Abtrennung, müssen riskante Geschäft von den Kundengeldern abgetrennt und voraussichtlich in eine rechtlich, organisatorisch und wirtschaftlich eigenständige Tochtergesellschaft ausgegliedert werden.

   Es ist nicht sicher, dass das Gesetz noch in dieser Legislaturperiode tatsächlich beschlossen werden kann. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat den Regierungsentwurf bereits als "nicht ausreichend" kritisiert, und die Opposition könnte das Gesetzesvorhaben mit ihrer Mehrheit im Bundesrat und Vermittlungsausschuss bis nach der Bundestagswahl verzögern.

   Kontakt zu den Autoren: madeleine.nissen@dowjones.com und andreas.kissler@dowjones.com

   DJG/mln/ank/bam

   (END) Dow Jones Newswires

   February 04, 2013 06:12 ET (11:12 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 06 12 AM EST 02-04-13

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant+
  • Alle+
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
03.05.2016Deutsche Bank UnderperformMacquarie Research
29.04.2016Deutsche Bank Equal-WeightMorgan Stanley
29.04.2016Deutsche Bank NeutralCitigroup Corp.
29.04.2016Deutsche Bank Neutralequinet AG
29.04.2016Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
25.04.2016Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
18.04.2016Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
11.04.2016Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
31.03.2016Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
31.03.2016Deutsche Bank overweightBarclays Capital
29.04.2016Deutsche Bank Equal-WeightMorgan Stanley
29.04.2016Deutsche Bank NeutralCitigroup Corp.
29.04.2016Deutsche Bank Neutralequinet AG
28.04.2016Deutsche Bank HaltenNorddeutsche Landesbank (Nord/LB)
28.04.2016Deutsche Bank HaltenIndependent Research GmbH
03.05.2016Deutsche Bank UnderperformMacquarie Research
29.04.2016Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
20.04.2016Deutsche Bank UnderperformBNP PARIBAS
13.04.2016Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
14.03.2016Deutsche Bank UnderperformBNP PARIBAS
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Vier Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau:
In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden vier Aktien vorgestellt, die sich aus Sicht der Redaktion für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Sicherheit allein war nicht das entscheidende Kriterium. Es ging auch darum, Aktien von Unternehmen auszuwählen, die aufgrund ihrer Wettbewerbsstellung aussichtsreich erscheinen und die dennoch große Wachstumschancen bieten.

Heute im Fokus

DAX unentschlossen -- Dow um Nulllinie -- Square-Aktie stürzt ab -- GoPro verschiebt erste Drohne -- Evonik mit Milliarden-Zukauf -- Apple, Murdochs News Corp im Fokus

Am US-Arbeitsmarkt entstehen überraschend wenige Stellen. Intesa Sanpaolo verdient ein Viertel weniger. RHÖN-KLINIKUM steigert Umsatz und Gewinn. Italienische Justiz nimmt angeblich Deutsche Bank ins Visier. Absatz von Mercedes-Benz wächst im April zweistellig. Toshiba will mit neuem Chef Bilanzskandal hinter sich lassen.
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experte
Das haben die Dax-Vorstände 2015 verdient
Diese Aktien sind auf den Kauflisten der Experten

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Unternehmen sind fantastisch erfolgreich
IT-Gründer ohne Technik-Know-How
Welcher amerikanische Investor ist am vermögendsten?
Wer hatte das größte Emissionsvolumen?
Diese Top 20 haben zur Verbessung der Welt beigetragen
mehr Top Rankings

Umfrage

Indizes als Basiswert sind sowohl bei Anlage- als auch bei Hebelprodukten sehr beliebt. Welchen der folgenden Indizes berücksichtigen Sie primär bei Ihrer Auswahl?