ISTANBUL (dpa-AFX) - Die Türkei will auch nach ihrer Genehmigung für die russische Gasleitung South Stream den Bau der von der EU geförderten Nabucco-Pipeline unterstützen. "Wir setzen unsere Anstrengungen für die Umsetzung des Projektes fort, um die europäische Energieversorgung zu sichern", zitiert die türkische Nachrichtenagentur am Freitag Energieminister Taner Yildiz, der zu einem Besuch in Georgien war. Nabucco soll ein alternativer Versorgungsweg für Gaslieferungen vom Kaspischen Meer werden und steht damit in Konkurrenz zur Versorgung über Russland.
Die Türkei hatte Ende Dezember den Bau von South Stream durch ihre Hoheitsgewässer im Schwarzen Meer genehmigt. Die Zustimmung galt als wichtiger Schritt bei dem Milliardenprojekt. Im Gegenzug sicherte Russland der Türkei langfristige Gaslieferungen bis 2025 zu.
Der Essener Energiekonzern RWE(RWE) hatte am Mittwoch mitgeteilt, er halte am Importziel für kaspisches Gas und damit an der Nabucco-Pipeline fest. Vorbedingung für den Bau jeglicher Pipelines von Europa in den Kaukasus sei aber die Lieferzusage der Förderländer, erklärte die RWE-Gesellschaft Supply & Trading in Essen. Das Konsortium Shah Deniz II in Aserbaidschan habe eine Zusage bis Ende 2011 angekündigt. Eine Entscheidung für einen bevorzugten Partner stehe aber weiter aus.
Die geplante knapp 4.000 Kilometer lange Nabucco-Pipeline soll vom Kaspischen Meer über die Türkei und Südosteuropa bis Österreich gebaut werden. Bisherige Mitglieder des Konsortiums sind die federführende OMV (Österreich), die ungarische Mol , Transgaz aus Rumänien, die Bulgarian Energy Holding, die türkische Botas und RWE./cn/DP/he