21.02.2013 09:25
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UPDATE: Allianz erzielt zweitbestes Ergebnis der Firmengeschichte

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   --Allianz verdoppelt Gewinn auf 5,2 Milliarden Euro

   --Versicherungskonzern erzielt zweitbestes operatives Ergebnis der Firmengeschichte

   --Schaden-Kosten-Quote der Gruppe verbessert sich um 1,5 Prozentpunkte auf 96,3 Prozent

   --Alle Geschäftsfelder erzielen 2012 operativ zweistellige Wachstumsraten

   (Durchgehend neu)

   Von Alexandra Edinger

   Ausbleibende Großschäden und eine robuste Vermögensverwaltung haben dem Versicherer Allianz vergangenes Jahr den zweithöchsten operativen Gewinn seiner Firmengeschichte ermöglicht. Nur 2007 war besser - aber nur, wenn die Belastungen aus der inzwischen verkauften Dresdner Bank herausgerechnet werden. Dabei konnte die Allianz 2012 operativ in allen Bereichen zweistellig zulegen, unter dem Strich schaffte der weltweit größte Versicherer sogar eine Verdoppelung des Gewinns.

   Der Münchener Konzern verdiente operativ mit 9,5 Milliarden Euro rund 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Analysten hatten lediglich mit 9,28 Milliarden Euro gerechnet. Händler erwarten daher, dass sich die Aktien der Allianz besser als der insgesamt schwache Aktienmarkt entwickeln werden. Treiber für das gute Ergebnis waren der Bereich Lebens- und Krankenversicherung sowie die Vermögensverwaltung. Profitieren konnte der Konzern zudem davon, dass es 2012 bis auf Wirbelsturm Sandy weniger Naturkatastrophen als noch im Vorjahr gab.

   Obwohl der Konzern im vierten Quartal Belastungen durch den Wirbelsturm Sandy von rund 455 Millionen Euro zu verkraften hatte, konnte sich Allianz aber auch in der Sparte Schaden-Unfallversicherung wesentlich verbessern. Um 15,2 Prozent legte hier das operative Ergebnis im Schlussquartal auf rund 1,3 Milliarden Euro zu. Der Sturm war Ende Oktober südlich von New York auf die US-Ostküste getroffen und hatte vor allem durch Überflutungen schwere Schäden angerichtet. Dank der insgesamt robusten Entwicklung auch in den meisten anderen Sparten konnte die Allianz das operative Ergebnis im vierten Quartal insgesamt um fast 14 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro steigern.

   Im Gesamtjahr steigerte Allianz den operativen Gewinn im Bereich Schaden-Unfall um rund 13 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro. Unterstützt wurde diese positive Entwicklung unter anderem von der sehr guten Schaden-Kosten-Quote der Gruppe. Sie sank um 1,5 Prozentpunkte auf 96,3 Prozent. Hier entwickelten sich die Münchener erheblich besser als die Konkurrenz. Sowohl AXA, die am Donnerstag ebenfalls ihre Zahlen vorlegte, als auch Zurich stehen hier schlechter da. Die Schweizer verbesserten ihre Schaden-Kosten-Quote im Gesamtjahr gegenüber dem Vorjahr nur leicht um einen halben Punkt auf 98,4 Prozent. Der französische Konzern verschlechterte seine Quote sogar um 0,8 Prozentpunkte auf 98,8 Prozent.

   Die Schaden-Kosten-Quote gibt Aufschluss darüber, ob ein Unternehmen im Kernversicherungsgeschäft profitabel ist. Quoten unter 100 sind gut, darüber zahlt der Konzern drauf.

   Im Bereich Schaden-Unfall konnte der Konzern die Bruttobeitragseinnahmen um fast 5 Prozent steigern. Selbst in Deutschland kam es erstmals seit mehreren Jahren wieder zu einem Anstieg bei den Einnahmen.

   Trotz des schwierigen Umfeld mit einem sehr niedrigen Zinsniveau an den Märkten schaffte die Allianz auch bei den Lebens- und Krankenversicherungen operativ einen Anstieg des Gewinns um 22 Prozent auf 3 Milliarden Euro. Wie der Konzern mitteilte, konnten die Effekte der niedrigeren Zinsen dadurch ausgeglichen werden, dass insgesamt mehr Geld angelegt wurde.

   Wachstumstreiber war 2012 auch die Vermögensverwaltung. Hier erzielte der Konzern nach eigenen Angaben eines der besten Ergebnisse der Branche. Alle Kennzahlen gingen im zweistelligen Prozentbereich nach oben. Beispielsweise kletterte der Provisionsüberschuss um rund 23 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Grund für die Verbesserung sind performanceabhängige Gebühren und positive Währungseffekte sowie ein Zuwachs bei den verwalteten Anlagen. Hier haben die Kunden die Allianz auf ein neues Rekordniveau katapultiert: 1,85 Billionen Euro verwalten die beiden Töchter Pimco und Allianz Global Investors inzwischen - fast 12 Prozent mehr als zum Jahresende 2011.

   Unter dem Strich schaffte die Allianz im Gesamtjahr sogar eine Verdoppelung des Nettogewinns auf 5,2 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte die Finanzkrise der Allianz mit hohen Abschreibungen auf Aktien und Griechenland-Anleihen das Ergebnis verhagelt. Der DAX-Konzern will die Dividende bei 4,50 Euro stabil halten.

   Für das laufende Jahr zeigte sich der Konzern vorsichtig optimistisch. 2013 will der weltweit größte Versicherer einen operativen Gewinn zwischen 8,7 und 9,7 Milliarden Euro erzielen.

   Der französische Versicherungskonzern AXA schaffte es im Gegensatz zur Allianz nicht, höhere Prämieneinnahmen in steigende Gewinne umzumünzen. Das Nettoergebnis 2012 ging um 3 Prozent auf 4,15 Milliarden Euro zurück. AXA reagiert mit einer Verschärfung der Sparmaßnahmen auf die ungünstige Entwicklung. Der nach Marktwert zweitgrößte Versicherer Europas hatte bereits angekündigt, die Kosten zwischen 2011 und 2015 um 1,5 Milliarden Euro zu senken. Das Sparprogramm soll nun um 200 Millionen Euro aufgestockt werden.

   Konkurrent Zurich Versicherung hatte bereits in der vergangenen Woche Zahlen vorgelegt. Trotz hoher Belastungen aus dem Wirbelsturm Sandy haben auch die Schweizer mehr verdient als am Markt erwartet. Der Nettogewinn erreichte 3,88 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 3 Prozent. Anders als bei der Allianz sank aber der Betriebsgewinn etwas auf gut 4 Milliarden Dollar.

   Kontakt zur Autorin: Alexandra.Edinger@wsj.com

   DJG/aed/jhe

   (END) Dow Jones Newswires

   February 21, 2013 02:55 ET (07:55 GMT)

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