-- Anteilseigner werden mit steigender Dividende bedacht
-- Konkreter Ausblick fürs laufende Jahr fehlt
-- Vorstand rechnet mit konjunkturellen Unsicherheiten
(NEU: weitere Details)
Von Kirsten Bienk
DOW JONES NEWSWIRES
HAMBURG (Dow Jones)--Eine gute Nachfrage nach Kupferprodukten, hohe Schmelzlöhne und gestiegene Verkaufspreise haben Europas größten Kupfererzeuger im Geschäftsjahr 2010/2011 zu einem Gewinnsprung verholfen. Der Umsatz stieg um mehr als ein Drittel und ließ die Kernkenngröße des Konzerns, das operative Vorsteuerergebnis, gar um 84 Prozent in die Höhe schnellen. Im laufenden Jahr rechnet der neue Vorstandsvorsitzende allerdings mit einem etwas rauher werdenden Umfeld. Er stellt sich auf die Auswirkungen konjunktureller Unsicherheiten und volatiler Preise ein.
Kein leichtes Erbe, was Peter Willbrandt am 1. Januar als oberster Aurubis-Manager angetreten hat. Sein Vorgänger Bernd Douven verabschiedete sich mit einem sehr guten Ergebnis des am 30. September beendeten Geschäftsjahres und erfüllte seine eigene Prognose. Er hatte einen Anstieg des operativen Vorsteuerergebnisses (EBT) auf deutlich mehr als 260 Millionen Euro in Aussicht gestellt und erreichte 292 Millionen Euro nach 159 Millionen Euro im Vorjahr.
Eine Verbesserung in dieser Höhe hatten die Analysten nicht für möglich gehalten. Sie waren im Konsens nur auf ein operatives EBT von 290 Millionen Euro und einen Umsatz von 12,973 Milliarden Euro gekommen. Ihre Prognose über die zu erwartende Dividende ging indes vollkommen daneben. Sie hatten im Mittel auf 1,41 Euro gesetzt. Aurubis will aber nur 1,20 Euro und damit 20 Prozent mehr als im Vorjahr zahlen.
Die gute Entwicklung des Unternehmens sieht Aurubis nur am operativen Ergebnis ablesbar. Werden die Zahlen nach dem geltenden Rechnungslegungsstandard IFRS betrachtet, ergibt sich ein anderes Bild. Danach sank das Vorsteuerergebnis um 6 Prozent und führte zu einem Rückgang des Gewinns je Aktie um 8 Prozent auf 7,33 EUR. In der IFRS-Rechnungslegung sind traditionell die Auswirkungen der Metallpreisschwankungen auf das Konzernergebnis ablesbar. 2010/11 sind darin zudem Bewertungseffekte enthalten, die aus dem Kauf eines Geschäftsbereiches von Luvata resultieren.
Für das laufende Geschäftsjahr bereitet sich der neue Vorstandsvorsitzende auf einige Unsischerheiten vor. "Wir werden angesichts der unsicheren Entwicklungen im Umfeld unsere Strategie weiter verfolgen und an unserem Ziel, die Stärken im Unternehmen auszubauen, Chancen zu nutzen und die Widerstandsfähigkeit zu verbessern, festhalten", erklärte er bei der Vorlage der Jahreszahlen. Nicht oder schwierig zu beherrschende Risiken, wie sie aus der Energiemarkt- und Konjunkturentwicklung entstehen, könnten dies allerdings erschweren.
Die Aurubis AG sieht sich aber "gut aufgestellt" mit ihrem Geschäftsmodell und schaut trotz des schwierigen Umfeldes zuversichtlich auf die nächsten Jahre. Einen konkreten Ausblick nannte der Vorstand jedoch nicht.
Willbrandt erwartet vor allem Unsicherheiten bei der Nachfrage nach Kupferprodukten und schwankende - wenn auch hohe - Preise auf den Kupfer- und anderen Metallmärkten. Die Energiewende in Deutschland dürfte indes zu einem steigenden Bedarf an Gießwalzdraht führen. Der Absatz von Schwefelsäure soll weiterhin von der Nachfrage aus der Agrar- und Minenindustrie gefördert werden. Allerdings reagiert dieser Markt sensibel auf Nachfrageschwankungen.
Aurubis rechnet aufgrund neuer Minenprojekte mit einer guten Verfügbarkeit von Kupferkonzentraten, schließt aber Beeinträchtigungen durch Produktionsstörungen in den Minen nicht aus.
- Von Kirsten Bienk,
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January 19, 2012 02:46 ET (07:46 GMT)
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