- Firmensitz der Tochter BASF Plant Science zieht nach Raleigh
- 140 Stellen in Europa werden gestrichen
- BASF nennt mangelnde Akzeptanz in Europa als Grund
(NEU: Aussagen aus Telefonkonferenz, Hintergrund)
Von Heide Oberhauser-Aslan
DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Der weltgrößte Chemiekonzern BASF verlagert seine Sparte Pflanzenbiotechnologie von Deutschland in die USA. Damit zieht der Ludwigshafener DAX-Konzern die Konsequenz aus der ablehnenden Haltung der europäischen Verbraucher, Landwirte und Politiker gegenüber genveränderten Nahrungsmitteln. In Europa fehle es an Akzeptanz für Pflanzenbiotechnologie, begründete BASF am Montag die Entscheidung.
Der Firmensitz der Tochtergesellschaft BASF Plant Science wird nun vom rheinland-pfälzischen Limburgerhof nach Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina verlagert. Zudem soll die grüne Gentechnikforschung- und Entwicklung in Raleigh sowie im belgischen Gent und in Berlin konzentriert werden. Die Maßnahmen will BASF bis Ende 2013 abschließen.
Die Entwicklung aller Pflanzenbiotech-Projekte, die ausschließlich auf Europa konzentriert waren, sollen nun gestoppt werden. Betroffen sind hauptsächlich die gentechnisch veränderten Stärkekartoffelsorten Amflora, Amadea und Modena. Im Zuge der Verlagerung plant die BASF SE, insgesamt 140 Stellen in Europa zu streichen.
Aus unternehmerischer Sicht sei es nicht sinnvoll, in Produkte weiter zu investieren, die ausschließlich zur Kommerzialisierung im europäischen Markt bestimmt seien, sagte das für die Sparte verantwortliche BASF-Vorstandsmitglied Stefan Marcinowski. Künftig werde sich BASF deshalb auf die attraktiven Märkte in Nord- und Südamerika sowie die Wachstumsmärkte in Asien konzentrieren.
Die Kosten für die Verlagerung bezifferte BASF mit einem niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben für Gentechnik sollen im BASF-Konzern aber weiter auf hohem Niveau liegen. In den zurückliegenden Jahren hat BASF bereits das Gros der Ausgaben auf die Wachstumsmärkte konzentriert. Dort gibt es eine höhere Bereitschaft, diese Zukunftstechnologie zu akzeptieren.
Mit der Verlagerung zieht der Konzern nun einen Schlussstrich unter die seit Jahren andauernden Widerstände gegen den Anbau genmodifizerter Produkte in Europa. Forschung ohne Anwendung sei langfristig nicht machbar, hatte BASF stets erklärt. "Wenn Forschung bei uns nur ohne die nötige Anwendung und ohne Genehmigung von Freilandversuchen akzeptiert wird, dann hat auch die Forschung hierzulande keine Zukunft", hatte Marcinowski im August im Interview mit Dow Jones gesagt.
-Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires
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January 16, 2012 09:03 ET (14:03 GMT)
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