--Bayer hofft auf neue Umsatzträger
--Blockbusterpotenzial für VEGF Trap-Eye, Regorafenib und Alpharadin
--Forschungsbudget 2012 konzernweit unverändert bei 3 Mrd EUR
(durchgehend neu)
Von Natali Schwab
DOW JONES NEWSWIRES
LEVERKUSEN (Dow Jones)--Der Chemie- und Pharmakonzern
Bayer blickt angesichts einer prall gefüllten Medikamentenpipeline optimistisch auf die nächsten Jahre. Neue Arzneimittel, die in den kommenden 18 Monaten auf den Markt kommen werden, sollen den Umsatz ankurbeln. Darauf ausruhen wollen sich die Leverkusener jedoch nicht: Im kommenden Jahr soll das Budget für Forschung und Entwicklung wieder bei 3 Mrd EUR liegen, wovon zwei Drittel in den Teilkonzern HealthCare fließen sollen.
Insgesamt hat das Unternehmen derzeit rund 40 Pharma-Projekte in der klinischen Entwicklung. "In der Forschung braucht man einen langen Atem - das gilt besonders für das Pharma-Geschäft. Nach den Bemühungen der vergangenen Jahre beginnt unsere Pipeline jetzt, Früchte zu tragen", sagte Vorstandsvorsitzender Marijn Dekkers am Dienstag.
Neben dem bislang in der Öffentlichkeit am stärksten beachteten Hoffnungsträger Xarelto hat Bayer bei drei weiteren Kandidaten Blockbusterpotenzial ausgemacht. "Insgesamt sehen wir jetzt vier Medikamente in der fortgeschrittenen Entwicklung, die das Potenzial zum Blockbuster haben. Das bedeutet, dass jedes dieser Produkte einen Spitzenumsatz von 1 Mrd EUR pro Jahr und mehr erwirtschaften kann", sagte Dekkers.
Neben dem Gerinnungshemmer Xarelto setzt Bayer dabei die Hoffnungen auf das kürzlich in den USA zugelassene Augenmedikament VEGF Trap-Eye sowie die Krebsmittel Alpharadin und Regorafenib. Die Umsatzprognose für den Gerinnungshemmer Xarelto von mehr als 2 Mrd EUR jährlich bekräftigte Bayer. Die entsprechenden Zulassungen vorausgesetzt, liegt die Summe des Spitzenumsatzpotenzials dieser Produkte damit in der Größenordnung von 5 Mrd EUR.
In mehreren Phase-III-Studien habe Bayer vielversprechende Ergebnisse erzielt - das Profil der Produkte habe zum Teil über den ursprünglichen Erwartungen gelegen, begründete der Konzern seinen Optimismus. Xarelto wurde etwa am Vortag auch in der EU zur Schlaganfall-Phrophylaxe zugelassen, nachdem das Medikament vor einigen Wochen bereits die heißbegehrte US-Genehmigung erhielt. Xarelto ist bereits in einer anderen Indikation auf dem Markt und wird in weiteren Therapiegebieten erforscht.
Bei VEGF Trap-Eye, das unter dem Namen Eylea kürzlich in den USA die Zulassung zur Anwendung bei feuchter altersbedingter Makula-Degeneration erhielt, zeigte sich Bayer optimistischer als zuvor. Allein in dieser Indikation gehen die Leverkusener, die mit einer Markteinführung in Europa und Japan 2012 rechnen, von einem Spitzenumsatz von 500 Mio EUR aus. Bislang hatte Bayer mit dieser Summe für alle potenziellen Indikationen kalkuliert. Falls das Präparat die Zulassung in allen geplanten Therapiegebieten erhält, könnte es sich zu einem weiteren Blockbuster für Bayer entwickeln.
Auch in der Krebsforschung hat Bayer zwei Eisen im Feuer: Alpharadin und Regorafenib. Für beide Wirkstoffe will der Konzern nach guten Studienergebnissen Mitte 2012 die Zulassungsanträge in Europa und den USA stellen. Auch diesen beiden Mitteln traut Bayer mindestens je 1 Mrd EUR Umsatz zu.
Bayer kann die zusätzlichen Erlöse gut gebrauchen: Der Umsatz im Pharmageschäft der Leverkusener stagniert. Die Schuldenkrise in Europa und den USA führt zu weiteren Kürzungen der staatlichen Budgets und damit zu Druck auf die Margen forschender Arzneimittelhersteller. Zudem sind die bisherigen Bestseller, das Multiple-Sklerose-Medikament Betaseron sowie das Verhütungsmittel YAZ/Yasmin in die Jahre gekommen und stehen unter starkem Wettbewerbsdruck. Im vergangenen Jahr erzielte Bayer im Pharmageschäft einen Umsatz von knapp 11 Mrd EUR.
-Von Natali Schwab,
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December 20, 2011 07:28 ET (12:28 GMT)
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