--Prognose für 2011/12 bestätigt
--Erste Maßnahmen zur Thalia-Restrukturierung eingeleitet
--Zunächst keine Aussagen zu Beteiligung von Drogerieunternehmer Müller
(durchgehend neu)
Von Natali Schwab
DOW JONES NEWSWIRES
HAGEN (Dow Jones)--Während bei
DOUGLAS das Geschäft in Deutschland vor allem bei den Parfümerien und der Schmucktochter Christ boomt, führt die Eurokrise im Ausland zu einer sinkenden Nachfrage. Sorgen macht dem Handelskonzern auch der stationäre Buchhandel. Hier wurden erste Schritte zur Restrukturierung gestartet.
Insgesamt hat Douglas im ersten Geschäftsquartal zum 31. Dezember etwas weniger verdient als im Vorjahr. Die drei Monate vor dem Jahreswechsel sind traditionell das stärkste der Douglas Holding AG. In diese Zeit fällt das wichtige Weihnachtsgeschäft, in dem der Löwenanteil des Gewinns eingefahren wird.
Unter dem Strich verzeichnete das Hagener Unternehmen einen Rückgang von 2,3 Prozent auf knapp 92 Millionen Euro und schnitt damit immerhin besser ab als von Analysten erwartet.
Operativ - auf EBITDA-Basis - sank das Ergebnis deutlicher, um fast 13 Prozent auf rund 174 Millionen. Jedoch hatten im Vorjahr Einmalerträge von rund 22 Millionen Euro aus dem Verkauf der russischen Parfümerien das Ergebnis aufgebläht. Nimmt man diese heraus, ergibt sich ein EBITDA auf Vorjahresniveau. Der Umsatz legte hingegen angetrieben durch die Kauffreudigkeit der Deutschen leicht zu.
Sorgen bereitet Douglas der tiefgreifende Wandel im Buchhandel. Das Geschäft verlagert sich immer stärker ins Internet und führt zu Umsatzeinbrüchen im Filialgeschäft. Das traf die Tochter Thalia spürbar. Das Unternehmen will daher mit einer Restrukturierung gegensteuern, die das Konzernergebnis im laufenden Geschäftsjahr 2011/12 (per 30. September) belasten wird.
Erste Maßnahmen hat Douglas bereits eingeleitet. Dazu zählen im Filialgeschäft Flächenoptimierungen, Untervermietungen und Standortschließungen sowie der Ausbau der Non-book-Sortimente, wie etwa Geschenke oder DVD.
All das wird zu einem Rückgang des EBITDA auf 200 bis 250 Millionen führen. Im Vorjahr hatte Douglas noch 293 Millionen Euro erzielt. Diese Prognose bekräftigte Douglas ebenso wie die Erwartung, dass der Umsatz leicht über den 2010/11 erzielten 3,4 Milliarden Euro liegen wird.
"Die Douglas-Gruppe ist insgesamt zufriedenstellend ins Geschäftsjahr gestartet", sagte Vorstandsvorsitzender Henning Kreke. Das erste Quartal bilde eine solide Basis für den weiteren Geschäftsverlauf.
Zu einem sich andeutenden Machtkampf zwischen seiner Familie und dem Drogerieunternehmer Erwin Müller äußerte sich Kreke im Rahmen der Quartalsberichterstattung zunächst nicht. Die Krekes halten knapp 13 Prozent an Douglas und würden den Konzern gerne zurückkaufen.
Der ungeliebte Aktionär Müller könnte diese Absichten womöglich durchkreuzen: Bislang mit mehr als 10 Prozent beteiligt, hat er über Finanzinstrumente die Möglichkeit, diesen Anteil auf eine Sperrminorität von mehr als 25 Prozent auszubauen.
Die Douglas-Aktie, zuletzt durch die Aussichten auf einen Übernahmewettstreit befeuert, stieg zu Handelsbeginn um 1,4 Prozent auf 33,93 Euro. Analyst Klaus Kränzle von Independent Research rät jedoch, die Aktie zu meiden. Der Preis sei strategisch, sprich zu hoch. "Trotz des hervorragenden Parfüm-Geschäfts und des sehr guten Schmuckbereichs ist fundamental nur ein Kursziel von 28 Euro gerechtfertigt", so der Analyst. Das Buchgeschäft bremse den Konzern. Eine Sanierung brauche Zeit.
-Von Natali Schwab,
Dow Jones Newswires,
+49 69 29725119, natali.schwab@dowjones.com
(Herbert Rude hat zu diesem Bericht beigetragen)
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February 08, 2012 04:06 ET (09:06 GMT)
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