-- Umsatzausblick 2012 erneut erhöht
-- Beiersdorf ist mit bisherigen Verlauf unseres Geschäftsjahres zufrieden
-- Aktie auf Allzeithoch
(NEU: Marktreaktion, Hintergrund)
Von Christine Benders-Rüger
Beim Hamburger DAX-Unternehmen Beiersdorf laufen die Geschäfte besser als erhofft. Der Konzern hat die Anleger mit einer erneuten Erhöhung der Umsatzprognose erfreut. "Das ist schon eine heftige Hausnummer, die man von einem Konsum-Wert kurz vor Jahresende eigentlich nicht mehr erwartet hätte", sagte ein Marktteilnehmer. Der Nivea-Hersteller sieht 2012 jetzt ein Umsatzplus im Konzern und im Unternehmensbereich Consumer von deutlich mehr als 4 Prozent. Zuvor hatte Beiersdorf ein Einnahmenwachstum von 3 bis 4 Prozent in Aussicht gestellt.
Diese Schätzung wurde erst Anfang November bei der Vorlage der Drittquartalszahlen von ursprünglich 3 Prozent hochgeschraubt. Aktionäre von Beiersdorf können sich freuen, der Kurs steigt kurz nach Börsenstart auf ein Allzeithoch von 62,20 Euro.
Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich sagte am Donnerstag, man sei mit dem bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres zufrieden. "Die Maßnahmen, die in der Blue Agenda - unserem strategischen Kompass - zusammengefasst sind, beginnen zu greifen", erklärte der Manager. Heidenreich hat nach der Übernahme seines Amtes Ende April eine neue Marschrichtung für Beiersdorf vorgegeben. Er will weg aus den gesättigten Märkten in Westeuropa und hin in die Wachstumsregionen - vor allem nach Russland und Lateinamerika. Knapp die Hälfte des Umsatzes der Pflegesparte Consumer macht Beiersdorf schon jetzt in den Schwellenländern.
Eine konkreten Grund für die erneute Prognoseerhöhung blieb der Konzern am Donnerstag zwar schuldig, aber bereits im dritten Quartal trug die Neuausrichtung der Pflegesparte weitere Früchte. Die stärkere Konzentration auf Schwellenländer und die bessere Pflege der Kernmarke Nivea ließen Umsatz und Gewinn unerwartet stark steigen und bildeten die Grundlage für die optimistischere Zielvorgabe zu dem Zeitpunkt. Trotz konjunktureller Unsicherheiten in einigen Regionen dürfte der Trend bis Jahresende anhalten, hieß es.
Auch Mitbewerber Unilever setzt mittlerweile erfolgreich auf diese wachstumsstarken Regionen. In Westeuropa hielten sich indes die Kunden beider Unternehmen weiterhin zurück. Angesichts der Euro-Schuldenkrise halten die Verbraucher hier ihre Portemonnaies fest verschlossen.
Im dritten Quartal steigerte Beiersdorf den Nettogewinn überproportional um 40 Prozent auf 107 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatten noch hohe Werbungskosten das Ergebnis belastet. Hier zeigte sich auch die Handschrift des neuen Chefs. Er verzichtet künftig auf teure Werbeverträge mit US-Sängerinnen und schlägt mit Fußballbundestrainer Jogi Löw lieber leisere Töne an. Der Manager will sich auch stärker auf die Pflege der großen Konzernmarken Nivea, Eucerin und La Prairie konzentrieren. Das zahlt sich aus: Sie alle zeigten in den ersten neun Monaten Wachstumsraten von rund 5 Prozent.
Analysten äußerten sich sehr wohlwollend zur neuen Prognose. "Der erhöhte Ausblick ist eine Überraschung, da sowohl Konsens als auch unsere Prognose von einem organischen Wachstum um 3 Prozent ausgegangen waren", kommentiert Thomas Maul von der DZ-Bank. Offensichtlich habe Beiersdorf im laufenden Quartal ein starkes Wachstum in sämtlichen Regionen in der Consumer-Sparte erreichen können. Auch ein zweiter Branchenkenner ist sehr zufrieden mit den optimistischeren Aussagen: "Wir hatten zwar nach dem starken dritten Quartal mit einer leichten Erhöhung gerechnet, das ist aber wesentlich mehr als erwartet".
--Kirsten Bienk und Michael Denzin haben zu dem Artikel beigetragen.
Kontakt zur Autorin: christine.benders-rueger@dowjones.com
DJG/cbr/mgo
(END) Dow Jones Newswires
December 06, 2012 03:47 ET (08:47 GMT)
Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.- - 03 47 AM EST 12-06-12