--Nachfragerückgang macht Jahresziele unerreichbar
--Operatives Ergebnis im 2. Quartal leicht besser als im Auftaktquartal
--Aktie verliert zunächst deutlich, inzwischen wieder im Plusbereich
(NEU: weitere Details, Analyst, Kursreaktion)
Von Barbara Millner
Die europäische Schuldenkrise und der anhaltend schwache Markt in China machen dem Motorenbauer DEUTZ einen Strich durch die Planung. Das Unternehmen gibt seine Ziele für das Jahr 2012 auf. Sie seien aufgrund des Nachfragerückgangs nicht mehr erreichbar, teilte die im Mittelwerteindex MDAX notierte Deutz AG überraschend mit.
Daran ändere auch die operative Ergebnisverbesserung im zweiten Quartal gegenüber dem Auftaktquartal nichts. Im ersten Quartal 2012 lag das EBIT bei 10,3 Millionen Euro.
Im Verlauf des zweiten Quartals habe sich die Nachfrage abgeschwächt, und auch der Auftragseingang im Juli habe bisher unter den Erwartungen gelegen. Auf Basis vorläufiger Zahlen wurde im zweiten Quartal ein Auftragseingang von rund 310 Millionen Euro und ein Umsatz von rund 340 Millionen Euro erzielt.
Im Vorjahr lief der Motor noch rund: Der Umsatz wuchs im zweiten Quartal 2011 um annähernd ein Drittel auf 388 Millionen Euro. Gebremster nach oben ging es beim Auftragseingang, er lag bei ebenfalls rund 388 Millionen Euro nach 347,5 Millionen Euro im Jahr zuvor.
Neue Ziele für 2012 wird Deutz wahrscheinlich am 9. August nennen. Für diesen Tag kündigte sie das vollständige Ergebnis des ersten Halbjahrs und einen aktualisierten Ausblick an.
Mitte Mai hatte Deutz den Ausblick für das Geschäftsjahr noch bekräftigt. Die Einnahmen und die Marge sollten das Niveau des Vorjahres erreichen. 2011 hatte das Unternehmen bei einem Umsatz von gut 1,5 Milliarden Euro eine Rendite vor Zinsen und Steuern von 6 Prozent erwirtschaftet.
Auch Analysten sehen in der Branchenkonjunktur und den Problemen in China eine Belastung für Deutz. Bei einem Joint Venture in China entwickele sich der Absatz schwach. Daneben laufe das Geschäft mit Lkw-Motoren und mit Motoren für Baumaschinen schwächer als geplant. "Unerwartet kommt die Gewinnwarnung nicht", sagte ein Analyst. Nach entsprechenden Aussagen von Caterpillar oder der Gewinnwarnung von Cummins sei der Markt darauf vorbereitet gewesen. Der US-Dieselmotorenhersteller Cummins hatte vor wenigen Tagen seine Umsatzprognose für das laufende Jahr nach unten revidiert.
Mit dem Minus von 30 Prozent seit Anfang Mai sei die Revision im Deutz-Kurs vermutlich bereits weitgehend eingearbeitet. So gab der Deutz-Kurs denn auch nur kurzfristig deutlich nach. Im weiteren Verlauf schaffte er es sogar wieder in den Plusbereich.
- Herbert Rude hat zu dem Bericht beigetragen.
Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com
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DJG/bam/kla
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July 17, 2012 04:24 ET (08:24 GMT)
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