05.09.2013 16:54
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UPDATE: Draghi bestätigt Niedrigzinsausblick der EZB

   --EZB bleibt von besseren Konjunkturdaten unbeeindruckt

   --Etwas höhere Wachstums- und Inflationsprognosen für 2013

   --Draghi: Zinsen bleiben für längere Zeit niedrig oder sinken weiter

   (NEU: Reaktionen von Bankvolkswirten)

   Von Hans Bentzien

   Die Europäische Zentralbank (EZB) will ihre Leitzinsen für längere Zeit unverändert lassen oder sogar senken. Mit dieser Aussage hat EZB-Präsident Mario Draghi die Forward Guidance der EZB ungeachtet der zuletzt ermutigenden Konjunkturdaten bestätigt. In seiner monatlichen Pressekonferenz sagte Draghi in Frankfurt, die EZB rechne damit, dass die Leitzinsen für längere Zeit auf ihrem aktuellen Niveau bleiben oder sogar sinken werden. Draghi band diese Aussage wie üblich an die Bedingung, dass die Inflation mittelfristig niedrig bleibt.

   Experten hatten erwartet, dass Draghi einen möglichst "lockeren" Ton anschlagen würde, um den Eindruck zu vermeiden, dass die besseren Wachstumsaussichten über kurz oder lang zu höheren Zinsen führen müssen. Das ist ihm gelungen. "Die Pressekonferenz war so 'dovish', wie sie angesichts der Konjunkturdaten gerade noch sein konnte", urteilte Ken Wattret, Volkswirt von BNP Paribas. Der Euro gab im Verlauf der Pressekonferenz spürbar nach.

   Draghi versäumte kaum eine Gelegenheit, von der Möglichkeit niedrigerer Zinsen zu sprechen. So verwies er darauf, dass der EZB - wie jedes Mal - auch über eine Zinssenkung diskutiert habe. Er äußerte zudem die Sorge, dass ein weiterer Liquiditätsabbau im Finanzsystem durch die Rückzahlung von Dreijahrestendern Einfluss auf die geldpolitische Ausrichtung haben könnte - und die soll ja so lange wie erforderlich "akkommodierend" bleiben. Die EZB sei bereit zu handeln, wenn es am Geldmarkt Entwicklungen geben sollte, die nicht im Einklang mit den Inflationsaussichten stünden, sagte Draghi.

   Der EZB-Präsident zeichnete in seiner Erklärung das Bild einer unverändert schwachen Euro-Volkswirtschaft, die von hoher Arbeitslosigkeit und den Bilanzreparaturen der Finanz- und Realwirtschaft belastet ist. Die neuen Wachstums- und Inflationsprognosen des EZB-Stabs sprechen allerdings eine etwas andere Sprache.

   So wurde die Wachstumprognose für 2013 von minus 0,6 auf 0,4 minus Prozent angehoben, während die Wachstumsprognose für 2014 von 1,1 auf 1,0 Prozent minimal gesenkt wurde. Auch die Inflationsprognosen wurde leicht geändert. Die Prognose für 2013 stieg von 1,4 auf 1,5 Prozent, während die für 2014 mit 1,3 Prozent bestätigt wurde. Der EZB-Rat macht sich die Prognosen seiner Experten nicht zu eigen, sie stellen aber aus konjunktureller Sicht die wichtigste Arbeitsgrundlage dar.

   Stimmungsdaten deuten darauf hin, dass die Wirtschaft des Euroraums auch im dritten Quartal wächst. Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft lag bereits im Juli über der Wachstumslinie von 50 Punkten und ist im August weiter auf 51,5 gestiegen. Das war der höchste Wert seit über zwei Jahren. Auch der von der EU-Kommission erhobene Index der Wirtschaftsstimmung liegt auf einem Niveau, dass in der Vergangenheit in Phasen leichten Wirtschaftswachstums zu beobachten war.

   ING-Diba-Chefvolkswirt Carsten Brzeski glaubt, dass die EZB ihre Zinsen nicht anheben wird, so lange die Inflation deutlich unter 2 Prozent bleibt. "Die Inflationsprognose von 1,3 Prozent für 2014 ist wahrscheinlich das stärkste Argument für unveränderte Zinsen", sagte er. Gleichwohl könnten Ereignisse wie ein Ölpreisschock auch sie in eine Situation bringen, in der sich andere große Zentralbanken bereits befinden, gab Brzeski zu bedenken. "Forward Guidance nach Art der EZB bleibt ein wackliges Konzept", sagte er.

   Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

   DJG/hab/chg

   (END) Dow Jones Newswires

   September 05, 2013 10:23 ET (14:23 GMT)

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