06.02.2013 21:58
Bewerten
 (0)

UPDATE: Dt. Bank suspendiert weitere Händler wegen Zinsmanipulation

   --Deutsche Bank suspendiert fünf weitere Händler

   --Zwei Händler waren bereits im Zinsskandal entlassen worden

(NEU: Weitere Details und Hintergründe)

Von Madeleine Nissen Die Deutsche Bank kommt bei ihren internen Untersuchungen im Skandal um die Manipulation der Zinssätze Euribor und Libor voran. Nachdem bislang zwei Händler im Zusammenhang mit Libor-Manipulationen suspendiert worden sind, wurden nun fünf weitere Mitarbeiter freigestellt. Das sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person zu Wall Street Journal Deutschland. Diese waren im Geldhandel auch für die Festsetzung des Euribor zuständig und auf niedrigen bis mittleren Hierarchiestufen angesiedelt, wie die Person sagte.

   Die Deutsche Bank verwies auf die bisherige Stellungnahme, wonach sie Mitarbeiter mit einem unangemessenen Verhalten" suspendiert oder entlassen hat. Die Führung der Bank wusste nichts von den Verfehlungen, hatte Aufsichtsratschef Paul Achleitner betont.

   Die Aufsichtsbehörden in Deutschland, Großbritannien und den USA ermitteln mit Hochdruck, inwieweit Bankenmitarbeiter tatsächlich die Zinsen manipuliert haben. Auf den Euribor und Libor basieren Finanztransaktionen in Billionenhöhe. Bei den Ermittlungen gerät der Euribor zunehmend in den Fokus. Die Untersuchungen laufen in Deutschland seit Sommer vergangenen Jahres. Nachdem sich die RBS an diesem Mittwoch auf eine Strafzahlung von 613 Millionen US-Dollar geeinigt hat, wird als nächstes ein Ergebnis bei der Deutschen Bank erwartet.

   Bei der RBS waren wohl 21 Mitarbeiter involviert. Der Chef des RBS-Investmentbanking, John Hourican, wird als Konsequenz seinen Hut nehmen. Die RBS hob hervor, dass Hourican an der mutmaßlichen Zinsmanipulation nicht beteiligt war. Bei der Deutschen Bank fallen die Verfehlungen unter den damaligen Bereich des jetzigen Co-Vorstandschefs Anshu Jain: das Investmentbanking.

   Die schweizerische Großbank UBS hatte in dem Zusammenhang bereits 1,4 Milliarden Franken zahlen müssen, um sich freizukaufen. Die britische Bank Barclays war mit der Zahlung von rund 450 Millionen US-Dollar deutlich glimpflicher davongekommen.

   Offiziell gibt es kaum Aussagen der Bank zu den Manipulationen. Sowohl bei der Pressekonferenz Ende Januar als auch bei der Anhörung vor dem Ausschuss des Bundestages waren die Aussagen des zuständigen Vorstands, Stephan Leithner, äußerst knapp. Das ist verständlich: Jede Aussage kann gegen die Bank verwendet werden. Auch wenn sie sich mit den Behörden auf Strafzahlungen einigt, ist das noch lange nicht das Ende vom Lied. Vor allem in den USA scharen klagefreudige Investoren, die sich durch die Manipulationen geschädigt sehen, schon mit den Füßen.

   In Deutschland sorgte eine Klage von Metzler Investment bereits im Herbst 2011 für Schlagzeilen. Das Investmenthaus hatte sich einer Sammelklage mit anderen Kapitalanlagegesellschaften angeschlossen, die sich gegen mehr als zwanzig Institute in den USA richtet. Zu den beklagten Instituten gehört auch die Deutsche Bank. Der Fall läuft noch.

   Indes versucht die Deutsche Bank wenigstens an anderer Stelle Geld zu sparen. Sie will im Libor-Skandal Bonuszahlungen in Millionenhöhe so lange einfrieren, bis Klarheit herrscht. So hat die Bank einen der verdächtigen Händler nicht nur entlassen, sondern auch Bonuszahlungen an ihn von 40 Millionen Euro auf Eis gelegt. Das sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

   Eine Gruppe um den Händler Christian Bittar war bei der Deutschen Bank nach Angaben eines Insiders für Geschäfte zuständig, die sich auf wichtige Zinssätze wie Libor oder Euribor bezogen. Bittar soll auch versucht haben, sich mit Händlern anderer Banken zusammenzutun, um diese Zinssätze zu beeinflussen.

   Händler wie er wurden prozentual an den Gewinnen beteiligt, die sie der Bank einbringen. Die Entlohnung wurde üblicherweise zeitlich gestreckt: Der Bonus bestand aus einem Baranteil und Aktienanteilen, die über drei Jahre ausbezahlt wurden. Die Deutsche Bank schloss den Bereich des Eigenhandels, in dem Bittar arbeitete, Ende 2008. Er war einer von zwei Händlern, die 2011 schon in Verbindung mit den versuchten Manipulationen entlassen wurden.

   Zu dem Artikel hat Laura Stevens beigetragen.

Kontakt zum Autor: Madeleine.Nissen@dowjones.com DJG/flf (END) Dow Jones Newswires

   February 06, 2013 15:28 ET (20:28 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 03 28 PM EST 02-06-13

Nachrichten zu Deutsche Bank AG

  • Relevant
  • Alle1
  • vom Unternehmen
  • Peer Group
  • ?

Um Ihnen die Übersicht über die große Anzahl an Nachrichten, die jeden Tag für ein Unternehmen erscheinen, etwas zu erleichtern, haben wir den Nachrichtenfeed in folgende Kategorien aufgeteilt:

Relevant: Nachrichten von ausgesuchten Quellen, die sich im Speziellen mit diesem Unternehmen befassen

Alle: Alle Nachrichten, die dieses Unternehmen betreffen. Z.B. auch Marktberichte die außerdem auch andere Unternehmen betreffen

vom Unternehmen: Nachrichten und Adhoc-Meldungen, die vom Unternehmen selbst veröffentlicht werden

Peer Group: Nachrichten von Unternehmen, die zur Peer Group gehören

Analysen zu Deutsche Bank AG

  • Alle
  • Buy
  • Hold
  • Sell
  • ?
25.05.2016Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
23.05.2016Deutsche Bank HaltenIndependent Research GmbH
19.05.2016Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
19.05.2016Deutsche Bank NeutralUBS AG
17.05.2016Deutsche Bank HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
25.05.2016Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
19.05.2016Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
25.04.2016Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
18.04.2016Deutsche Bank kaufenBankhaus Lampe KG
11.04.2016Deutsche Bank overweightJP Morgan Chase & Co.
23.05.2016Deutsche Bank HaltenIndependent Research GmbH
19.05.2016Deutsche Bank NeutralUBS AG
29.04.2016Deutsche Bank Equal-WeightMorgan Stanley
29.04.2016Deutsche Bank NeutralCitigroup Corp.
29.04.2016Deutsche Bank Neutralequinet AG
17.05.2016Deutsche Bank HoldJoh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
03.05.2016Deutsche Bank UnderperformMacquarie Research
29.04.2016Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
20.04.2016Deutsche Bank UnderperformBNP PARIBAS
13.04.2016Deutsche Bank SellSociété Générale Group S.A. (SG)
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Deutsche Bank AG nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen
Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"

mehr Analysen
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub
Vier Aktien für den langfristigen Vermögensaufbau:
In der neuen Ausgabe des Anlegermagazins werden vier Aktien vorgestellt, die sich aus Sicht der Redaktion für den langfristigen Vermögensaufbau eignen. Sicherheit allein war nicht das entscheidende Kriterium. Es ging auch darum, Aktien von Unternehmen auszuwählen, die aufgrund ihrer Wettbewerbsstellung aussichtsreich erscheinen und die dennoch große Wachstumschancen bieten.

Heute im Fokus

DAX schließt in der Gewinnzone -- Dow im Minus -- Infineon erwartet weiteres Wachstum in Asien -- Allianz denkt über Aktienrückkauf nach -- Brent-Rohöl über 50 Dollar

Philips streicht mit Börsengang der Lichtsparte 750 Millionen Euro ein. Spaniens Wirtschaftsminister erwartet keine EU-Strafen wegen Defizit. VW erwägt milliardenschweren Bau einer eigenen Batteriefabrik. Netflix plant Serie über 'El Chapo' - Anwalt droht mit Klage. Auch Porsche will Digitalgeschäft ausbauen. Zweitgrößtes US-IPO erfolgreich. Finanzermittler durchsuchen McDonald's. Ölpreise fallen. Heidelcement darf Italcementi unter Auflagen übernehmen. BMW-Chef will Vorstand umbauen.
In welcher Metropolregion leben am meisten Menschen?
Diese Aktien sind auf den Verkauflisten der Experte
Volatilität in Schwellenländern

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Diese Unternehmen sind fantastisch erfolgreich
IT-Gründer ohne Technik-Know-How
Welcher amerikanische Investor ist am vermögendsten?
Wer hatte das größte Emissionsvolumen?
Diese Top 20 haben zur Verbessung der Welt beigetragen
mehr Top Rankings

Umfrage

Bundeskanzlerin Merkel hält trotz aller Kritik am umstrittenen Flüchtlingspakt mit der Türkei fest. Wie bewerten Sie dessen Chancen?