03.01.2013 21:50
Bewerten
(0)

UPDATE: FOMC-Protokoll schickt Finanzmärkte auf Talfahrt

DRUCKEN

   --Einige Währungshüter wollen neues Anleihekaufprogramm schon vor Ende 2013 beenden

   --FOMC unsicher über ökonomischen Nutzen weiterer Wertpapierkäufe

   --Treasuries, Aktien, Öl und Gold reagieren mit Verlusten

   (NEU: Marktreaktionen)

   Von Jon Hilsenrath, Jeffrey Sparshott und Hans Bentzien

   Die Geldpolitiker der US-Notenbank haben bei ihrer Sitzung im Dezember 2012 Zweifel am ökonomische Nutzen weiterer Staatsanleihekäufe geäußert und ein baldiges Ende dieser Käufe in Aussicht gestellt. Zwar beschlossen die Währungshüter erstmal ein neues Staatsanleihekaufprogramm, doch wollte keiner von ihnen monatliche Wertpapierkäufe von 85 Milliarden Dollar über 2013 hinaus verantworten. Dass laut Sitzungsprotokoll einige ein Ende des Programms schon vor Ende 2013 wollten, führte am Donnerstag zu starken Finanzmarktreaktionen.

   Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen erreichte mit 1,908 Prozent den höchsten Stand seit Mai 2012. Der Dollar zog deutlich an, ein Euro kostete nur noch 1,3062 Dollar, verglichen mit 1,3110 vor der Veröffentlichung. Gegenüber dem Australischen Dollar waren die Gewinne noch deutlicher. Mit Aktien, Gold und Öl verbuchten jene Anlagen Verluste, die von einer ultra-lockeren Fed-Politik profitieren.

   Laut dem Protokoll der Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der Federal Reserve am 11. und 12. Dezember plädierten einige Mitglieder dafür, die Käufe Ende 2013 einzustellen; andere plädierten dafür, die Käufe schon deutlich vor Ende 2013 einzustellen oder zumindest abzuschwächen, wieder andere sahen ganz allgemein die Notwendigkeit einer "beträchtlichen" geldpolitischen Lockerung.

   Bei seiner Sitzung am 11. und 12. Dezember hatte der FOMC ein zusätzliches Programm zum Kauf von Staatsanleihen für "anfänglich" 45 Milliarden US-Dollar pro Monat beschlossen. Dieses Programm ersetzt die am Jahresende ausgelaufene "Operation Twist", den Ersatz kurzlaufender durch langlaufende Wertpapiere. Außerdem will die Fed die Wiederanlage von Erlösen aus fälligen Anleihen ebenso fortführen wie den Kauf von Hypotheken-Anleihen für monatlich 40 Milliarden Dollar.

   Sollte die Fed ihre Wertpapierkäufe im derzeitigen Volumen - 85 Milliarden Dollar pro Monat - fortführen, würde sich die Fed-Bilanzsumme von derzeit 2.900 Milliarden Dollar bis Jahresende um weitere 1.020 Milliarden erhöhen.

   Die FOMC-Mitglieder waren sich laut Sitzungsprotokoll zwar einig darüber, dass die bisherigen Wertpapierkäufe das Wirtschaftswachstum gestützt haben, sie waren aber nicht durchgängig sicher, dass weitere Käufe überhaupt noch etwas bringen werden. Sie forderten, die Wirksamkeit und Kosten der Käufe ebenso fortlaufend zu prüfen wie die Entwicklung am Arbeitsmarkt.

   Der Offenmarktausschuss hatte im Dezember auch beschlossen, die Zinsen so lange außergewöhnlich niedrig zu lassen, wie die Arbeitslosenquote höher als 6,5 Prozent ist und die auf Sicht von zwei Jahren erwartete Inflation niedriger als 2,5 Prozent. Im November lag die Arbeitslosenquote bei 7,7 Prozent, und für den am Freitag anstehenden Dezember-Ausweis wird eine unveränderte Quote erwartet.

   Nach den im Dezember veröffentlichten Prognosen rechnen die FOMC-Mitglieder überwiegend damit, dass die Arbeitslosenquote erst 2105 in den angestrebten Bereich sinken wird. Bankökonomen rechnen einer Bloomberg-Umfrage zufolge jedoch damit, dass das Ende der Niedrigzinspolitik bereits Ende 2013 oder Anfang 2014 kommen wird.

   Kontakt zu den Autoren: konjunktur.de@dowjones.com

   DJG/hab/cln

   (END) Dow Jones Newswires

   January 03, 2013 15:20 ET (20:20 GMT)

   Copyright (c) 2013 Dow Jones & Company, Inc.- - 03 20 PM EST 01-03-13

Jetzt kostenfrei anmelden!

Künstliche Intelligenz dominiert zahlreiche Lebensbereiche, die Dynamik ist weiter hoch. Wie Sie als Anleger von diesem Megatrend profitieren können, erfahren Sie im Experten-Webinar am Dienstag ab 18 Uhr.
Hier zum Online-Seminar anmelden!
Anzeige
Anzeige
Börse Stuttgart Anlegerclub

Vier Gewinneraktien der Autorevolution

Auf der diesjährigen IAA in Frankfurt wurde deutlich: Die Elektromobilität ist nicht mehr aufzuhalten. Alle großen Automobilhersteller stellen ihre Produktionslinien um. Im neuen Anlegermagazin lesen Sie, welche vier Aktien durch autonomes Fahren und Elektromobilität auf der Gewinnerseite stehen könnten.
Anlegermagazin kostenlos erhalten

Heute im Fokus

DAX kaum bewegt -- Asiens Börsen mit grünen Vorzeichen -- Infineon-Aktie fast auf 16-Jahreshoch -- Airbus übernimmt Mehrheit an Bombardier-Mittelstrecken-Flugzeugfamilie -- Netflix, Sartorius im Fokus

Toys 'R' Us will Asien-Geschäft an die Börse bringen. UnitedHealth erhöht Ausblick erneut. Danone-Aktie: Whitewave-Zukauf schiebt Erlöse an. Hedgefonds will wohl Credit Suisse aufspalten. Trump spricht am Donnerstag angeblich mit Yellen über Fed-Führung. Nordkorea: "Atomkrieg könnte jeden Moment beginnen".

Top-Rankings

KW 41: Analysten-Flops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Verkauflisten der Experten
KW 41: Analysten-Tops der Woche
Diese Aktien stehen auf den Kauflisten der Experten
Siebenstelliges Jahresgehalt
In diesen Bundesländern leben die Bestverdiener

Die 5 beliebtesten Top-Rankings

Bizarre Steuereinnahmen
Das sind die bizarrsten Steuereinnahmen der Welt
Bitcoin & Co.: Die wichtigsten Kryptowährungen
Welche Digitalwährung macht das Rennen?
Patentanmeldungen 2017
Diese Unternehmen setzten auf neue Ideen
Arbeiten und Leben im Ausland: Die besten Länder für Expatriats und Auswanderer
Welches Land schneidet am besten ab?
Die wertvollsten Unternehmen nach Marktkapitalisierung 2017
Welches Unternehmen macht das Rennen?
mehr Top Rankings

Umfrage

Die CDU hat rund zwei Prozentpunkte bei der Niedersachsen-Wahl verloren. Nun fordern Konservative Merkels Rücktritt. Was halten Sie davon?

Online Brokerage über finanzen.net

Das Beste aus zwei Welten: Handeln Sie für nur 5 Euro Orderprovision* pro Trade unmittelbar aus der Informationswelt von finanzen.net!
Zur klassischen Ansicht wechseln
Top News
Beliebte Suchen
DAX 30
Öl
Euro US-Dollar
Bitcoin
Goldpreis
Meistgesucht
Daimler AG710000
Deutsche Bank AG514000
Volkswagen (VW) AG Vz.766403
BYD Co. Ltd.A0M4W9
CommerzbankCBK100
Apple Inc.865985
GeelyA0CACX
EVOTEC AG566480
Bitcoin Group SEA1TNV9
E.ON SEENAG99
Allianz840400
Amazon906866
Lufthansa AG823212
TeslaA1CX3T
BASFBASF11