-- Mitarbeiter bekommen wegen guter Arbeit mehr Geld
-- Steigende Personalkosten schmälern Gewinn
-- Aktie geht auf Talfahrt
(NEU: Details, Reaktionen des Marktes)
Von Kirsten Bienk
Dow Jones NEWSWIRES
HAMBURG (Dow Jones)--Europas größter Optiker hat sich Ende 2011 bei seinen Beschäftigten mit einer deutlichen Gehaltserhöhung für ihre gute Arbeit bedankt. Beifall im Aktienmarkt bekam er dafür allerdings nicht. Im Gegenteil kritisierten Analysten und Händler die gestiegenen Personalkosten. Anleger reagierten und trennten sich von ihren Anteilen. Der Kurs fiel um knapp sieben Prozent.
Dabei sahen die am Dienstag von Fielmann vorgelegten Geschäftszahlen auf den ersten Blick eigentlich solide aus. Die Einnahmen wuchsen im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro und ließen den Jahresüberschuss um 2,6 Prozent auf 124 Millionen Euro klettern. Dabei schlug sich der im MDAX gelistete Konzern besser als der Wettbewerb, er baute seinen Marktanteil um einen Prozentpunkt auf 49 Prozent aus. Insgesamt verkaufte Fielmann 6,74 Millionen Brillen. Im Vorjahr waren es noch 6,46 Millionen.
Im laufenden Jahr will der Vorstand diesen Trend fortsetzen und weitere Marktanteile gewinnen. Die ersten Wochen würden das Unternehmen optimistisch stimmen.
Ganz und gar nicht optimistisch fiel aber die Einschätzung der Analysten aus, sie hatten mehr von dem Optiker erwartet. Die Zahlen von Fielmann seien eindeutig eine Enttäuschung, urteilte beispielsweise die DZ-Bank. Die Analysten bezeichneten einen Kurs von über 80 Euro als nicht mehr gerechtfertigt und kündigten eine Überprüfung ihres Kursziels an.
"Vermutlich haben Sondereffekte wie hohe Personalkosten und Marketing-Aufwendungen den Gewinn belastet", meinte ein Marktteilnehmer. Dies bestätigte Fielmann. Allein im vierten Quartal 2011 habe sich bei den Personalkosten eine Mehrbelastung von 10 Millionen Euro ergeben, sagte ein Sprecher. Auf Sicht des Gesamtjahres erhöhten sich die Personalkosten um 28 Millionen Euro. Außerdem habe das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr vier Millionen Euro mehr für Werbung ausgegeben. Dies sei aber ein sogenannter Basiseffekt und liege am schlechten Wetter des Jahres 2010, als sich das Unternehmen mit der Werbung etwas zurückgehalten habe.
Fielmann nannte die Gehaltserhöhung seiner Mitarbeiter eine "Investition in die Zukunft". Das Unternehmen denke in Jahren und nicht in Quartalen, hieß es bei der Vorlage der vorläufigen Zahlen. Das Unternehmen verdanke seinen Erfolg seiner strikter Kundenorientierung und seinen engagierten Mitarbeitern. Abgesehen von der deutlichen Gehaltsanpassung seien für besondere Leistungen Tantieme und Aktien zuerkannt worden, die überwiegend im vierten Quartal ausgeschüttet wurden.
Fielmann will aber auch die Anteilseigner am Erfolg des Unternehmens beteiligen und kündigte eine Fortsetzung der "aktionärsfreundlichen Dividendenpolitik" an. Außerdem ist im laufenden Jahr die Einstellung von 900 Mitarbeitern geplant.
- Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires,
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February 07, 2012 06:27 ET (11:27 GMT)
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