--Rhön-Klinikum schließt Grundsatzvereinbarung mit Fresenius
--Abkommen regelt Arbeitsplatz- und Standortsicherung
--Rhön-Klinikum-Aufsichtsrat gibt Votum am 28. Mai ab
(NEU: Weitere Details, Mitarbeiterbrief von Rhön-Klinikum)
Von Heide Oberhauser-Aslan
DOW JONES NEWSWIRES
FRANKFURT (Dow Jones)--Fresenius kommt der geplanten Übernahme von Rhön-Klinikum ein Stück näher. Der Vorstand der fränkischen Klinikkette befürworte die geplante Übernahme durch Fresenius, kündigte das Gremium am Donnerstag an. Der Vorstand will den Aktionären die Annahme der Offerte empfehlen. Ein Fresenius-Sprecher begrüßte die Absicht.
Den Segen des Rhön-Klinikum-Vorstandes hat Fresenius mit einer Grundsatzvereinbarung gewonnen. Darin sind Eckpunkte zur Arbeitsplatz- und Standortsicherung sowie Maßnahmen zur Integration von Rhön-Klinikum in den Fresenius-Konzern festgelegt. Diese greifen, wenn das Angebot erfolgreich ist. Seine ausführlich begründete Stellungnahme will der Rhön-Vorstand in wenigen Tagen veröffentlichen.
Die Mitarbeiter der Klinikkette sind über den Entwurf zur Grundsatzvereinbarung bereits informiert worden. Im Falle eines Zusammenschlusses mit der Fresenius-Krankenhaustochter Helios soll es demnach nicht zu Nachteilen für die Rhön-Beschäftigten kommen. Des Weiteren soll für den Stammsitz von Rhön-Klinikum in Bad Neustadt eine angemessene Alternative in dem neuen gemeinsamen Unternehmen gefunden werden. Denkbar wäre beispielsweise, dass Bad Neustadt Standort für eine regionale Geschäftsführung wird oder für vergleichbare Regional- und Zentralfunktionen. Zukünftiger Sitz der Geschäftsleitung der neuen Klinikkette wird Berlin, der Stammsitz von Helios sein.
Darüber hinaus soll ein "Business Integration Committee" eingerichtet werden, das aus jeweils zwei Vertretern von Helios und Rhön-Klinikum besteht. Das Gremium soll die mögliche Integration beider Unternehmen organisieren und steuern. Zudem hat sich Rhön mit Fresenius darauf verständigt, dass die Führungskräfte von Rhön im weiteren Führungskreis einer Helios Klinken AG angemessen vertreten werden.
Der Aufsichtsrat der fränkischen Klinikkette wird voraussichtlich am Pfingstmontag auf Basis einer Vorlage des dafür eingerichteten Sonderausschusses über seine Stellungnahme entscheiden. Eugen Münch, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender von Rhön-Klinikum, hat bereits eine Einlieferungsverpflichtung über seinen Anteil von 12,45 Prozent abgegeben.
Am vergangenen Freitag hatte Fresenius den Aktionären der Rhön-Klinikum AG ein freiwilliges Übernahmeangebot unterbreitet. Die Offerte sieht die Zahlung von 22,50 Euro je Aktie in bar vor und steht unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmequote von 90 Prozent. Die Annahmefrist endet am 27. Juni um 24:00 Uhr. Der Kaufpreis für alle ausstehenden Aktien beträgt rund 3,1 Milliarden Euro.
Ob der Milliardenkauf gelingt, ist aber vor allem wegen der hohen Annahmeschwelle von 90 Prozent noch offen. Mit einem Abschluss der Transaktion rechnet das Unternehmen früheren Angaben zufolge im dritten Quartal. Auch die Kartellbehörden müssen die Übernahme noch genehmigen.
Das Stühlerücken im Rhön-Klinikum-Vorstand hat dennoch bereits begonnen. Irmgard Stippler, die unter anderem für die Uniklinik Giessen und Marburg zuständig war, scheide auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand aus, gab Rhön-Klinikum am Donnerstag bekannt.
-Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires
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May 24, 2012 11:38 ET (15:38 GMT)
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