(Durchgehend neu)
Von Natali Schwab
DOW JONES NEWSWIRES
HEIDELBERG (Dow Jones)--Die
HeidelbergCement AG hat im ersten Quartal vom milden Winter und einer steigenden Nachfrage aufgrund der wirtschaftlichen Erholung profitiert. Besonders kräftiges Wachstum verzeichnete der Heidelberger Baustoffhersteller dabei in den Schwellenländern Asiens und Afrikas. Aber auch in reifen Märkten in West- und Nordeuropa zog die Nachfrage nach Zement, Klinker, Zuschlagstoffen und Transportbeton an.
Für das Gesamtjahr erwartet HeidelbergCement weiterhin eine Steigerung von Umsatz und operativem Ergebnis. Der Baustoffhersteller warnte jedoch erneut vor steigenden Kosten, insbesondere bei Rohstoffen und Energie. Zudem dürfte nach Einschätzung des Konzern die Inflation insbesondere in den Schwellenländern zunehmen. In den reifen Märkten rechnet HeidelbergCement mit höheren Lohnkosten.
Mit Kostensenkungen und gezielten Preiserhöhungen sowie Treibstoffkostenzuschlägen in einzelnen Märkten will der Konzern gegensteuern. Erste Preiserhöhungen hat HeidelbergCement bereits durchsetzen können, wie Vorstandsvorsitzender Bernd Scheifele erläuterte. Desweiteren will der Konzern Einkaufskonditionen sowie die Effizienz der Förderstätten verbessern sowie die Kosten für Strom und Brennstoffe im energieintensiven Zementgeschäft senken. Das dazu initiierte Spar- und Effizienzprogramm "FOX 2013" sei auf gutem Weg, die anvisierte Verbesserung des Cashflows um 600 Mio EUR in den nächsten drei Jahren zu realisieren, hieß es.
Gleichzeitig will HeidelbergCement weiter in neue Zementkapazitäten in den Schwellenländern investieren. Im laufenden Jahr sollen neue Zementkapazitäten von mehr als 6 Mio t pro Jahr in Betrieb genommen werden. Die Zahlen für das erste Quartal fielen bei HeidelbergCement mit Ausnahme des Nettoergebnisses besser aus als erwartet. In einem für die Bauindustrie traditionell schwächeren Quartal legte der Umsatz auf 2,6 (Vorjahr: 2,2) Mrd EUR zu. Operativ schrieb das Unternehmen mit 60 Mio EUR wieder einen Gewinn - nach einem Fehlbetrag von 18 Mio EUR im Vorjahr. Vor Abschreibungen waren es 253 (171) Mio EUR.
Der Nettoverlust reduzierte sich auf 161 (Vorjahr: -199) Mio EUR. Hier hatten von Dow Jones befragte Analysten allerdings eine stärkere Erholung erwartet. Ein HeidelbergCement-Sprecher erläuterte, diese Differenz resultiere aus Steuereffekten. So seien anders als im Vorjahr keine latenten Steuern auf Verlustvorträge in Nordamerika aktiviert worden. Die Nachfrage nach Baustoffen nahm in den ersten drei Monaten besonders in West- und Nordeuropa sowie in Osteuropa-Zentralasien zu. Die Märkte in Asien und Afrika hätten anhaltend starke Wachstumsraten gezeigt. Dagegen verzeichnete die Region Nordamerika aufgrund des harten Winters in Kanada nur einen leichten Anstieg der Nachfrage.
Der Konzern schlug sich damit im Auftaktquartal besser als die Konkurrenten Holcim oder Lafarge. Diese hatten rückläufige operatives Ergebnisse präsentiert. Holcim hatte dabei die Markterwartungen verfehlt. Die höheren Energie- und Rohstoffkosten drückten den Gewinn. Holcim hatte sich zudem nicht besonders zuversichtlich geäußert, steigende Kosten über höhere Preise weitergeben zu können. Lafarge äußerte sich auch pessimistischer über die weltweite Zementnachfrage im laufenden Jahr. Der französische Baustoffhersteller rechnet für den weltweiten Zementmarkt nun nur noch mit einem Plus von 2% bis 5% nach einem erwarteten Plus von 3% bis 6% bisher.
Die Heidelberg-Cement-Aktie, die am Vortag unter den schlechten Holcim-Zahlen gelitten hatte, stieg zu Handelsbeginn um 1,4% auf 51,06 EUR. Nach Ansicht von Marktteilnehmern könnte jedoch der Lafarge-Ausblick eine stärkere Erholung verhindern.
-Von Natali Schwab, Dow Jones Newswires, +49 69 29725119,
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(Benjamin Krieger hat zu dem Bericht beigetragen)
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May 05, 2011 03:35 ET (07:35 GMT)
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