(NEU: Details, Einschätzung von Analysten, Aktienkurs)
Von Kirsten Bienk
Dow Jones NEWSWIRES
HAMBURG (Dow Jones)--Die Wirtschaftskrise hat bei der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) im ersten Quartal deutliche Spuren hinterlassen. Der Hafenlogistiker verlor beim Containerumschlag fast ein Drittel und beim Umsatz ein Fünftel, wie aus den am Freitag vorgelegten Zahlen hervorgeht.
Aussicht auf Besserung gibt es nach Einschätzung des HHLA-Vorstandes nicht. Deshalb rechnet er für das Gesamtjahr 2009 unverändert mit einem deutlich zweistelligen Rückgang bei Umschlag- und Transportmengen sowie signifikanten Einbußen bei Umsatz und Ergebnis. Reduzierte Kosten und Investitionen sollen aber ein "deutlich" positives EBIT ermöglichen.
Im ersten Vierteljahr bescherten der weltweite Einbruch von Industrieproduktion und Transportaufkommen dem börsennotierten Teilkonzern Hafenlogistik einen Umsatzrückgang von knapp 21% auf 249 Mio EUR. EBIT und Nettoergebnis fielen sogar um fast 47% bzw 56% auf 48 Mio EUR bzw 19 Mio EUR. Die Hafenlogistik liefert 97% des Konzernumsatzes und 94% des Konzern-EBIT.
Der Vorstand sieht den Logistikkonzern trotz dieser Entwicklung gut aufgestellt. Die HHLA habe in dem dramatisch schwächeren Umfeld den Umsatzrückgang in Grenzen gehalten, ein respektables Ergebnis erzielt und die Politik einer soliden Bilanzstruktur fortgeführt, sagte Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Peters am Freitag. Wesentlich dazu beigetragen hätten die Kostensenkungen.
Die Sparmaßnahmen sollen nun fortgesetzt werden. In der zweiten Jahreshälfte soll der Personalaufwand mit Kurzarbeit in Kombination mit einer Qualifizierungsoffensive merklich reduziert werden. Darüber hinaus werden Investitionen zur Kapazitätssteigerung verschoben.
Investitionen in langfristiges Wachstum und zur Effizienzsteigerung sollen aber fortgeführt werden. "Damit ist die HHLA gut gerüstet, die aktuelle Wirtschaftskrise weiterhin erfolgreich zu meistern, die Chancen einer konjunkturellen Erholung wahrnehmen zu können und ihre langfristigen Wachstumsperspektiven weiter fest im Blick zu behalten", sagte der Vorstandsvorsitzende.
Die Märkte, die in den vergangenen Jahren wesentlich zum überproportionalen Wachstum der HHLA beigetragen hatten, verzeichneten im Erstquartal überdurchschnittliche Einbrüche. Dies waren Zubringerverkehre im Ostseeraum, Überseeverkehre mit Fernost und Hinterlandverkehre mit Mittel- und Osteuropa.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, konnte der Logistiker im Segment Container durch einen gestiegenen Anteil höherwertiger Serviceleistungen die Mengenentwicklung teilweise kompensieren.
Analysten zeigten sich mit den Erstquartalszahlen zufrieden. Nach Einschätzung der HSH Nordbank ist nur der stärker als erwartete Rückgang im Containerumschlag um 32% auffällig. Beim Umsatzminus von 20% stehe das Unternehmen schwächer als die Häfen Antwerpen und Rotterdam mit Rückgängen von nur 16% da. Diese Einschätzung teilt die LBBW. Das schlechtere Abschneiden zeige, dass es die HHLA mit einem noch härteren Geschäft als gedacht zu tun habe.
Die HSH-Analystin rechnet auch im zweiten Quartal mit "schlechten" Daten, macht dort jedoch auch den Tiefpunkt der Entwicklung aus. Vom dritten Quartal an dürften sich die Ergebnisse ihrer Einschätzung zufolge wieder deutlich verbessern.
Der Kurs der Aktie reagierte bis 9.45 Uhr mit einem Plus von 0,55 auf 2,04 EUR.
Webseite: http://www.hhla.de
-Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires, +49 (0)40 3574 3116,
kirsten.bienk@dowjones.com
DJG/kib/jhe
Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de
(END) Dow Jones Newswires
May 15, 2009 04:31 ET (08:31 GMT)
Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 31 AM EDT 05-15-09